07. Juli, 2026

Wirtschaft

Steigende Benzinpreise und politische Aussichten: Was erwartet die USA?

Steigende Benzinpreise und politische Aussichten: Was erwartet die USA?

Der Benzinpreis ist in den letzten 30 Jahren tendenziell gestiegen, mit nur wenigen Rückgängen. Laut der AAA liegt der nationale Durchschnittspreis für reguläres Benzin derzeit bei 3,47 US-Dollar. Midgrade-Benzin kostet im Durchschnitt 3,92 US-Dollar, während Premium-Benzin bei rund 4,27 US-Dollar liegt.

Angesichts der bevorstehenden Präsidentschaftswahlen fragen sich viele Bürger, wie sich die Benzinpreise entwickeln könnten, falls Kamala Harris die Wahl gewinnt. Obwohl der Präsident nicht direkt auf die Benzinpreise einwirken kann, könnten Harris' politische Maßnahmen und mögliche Gesetzesänderungen die Kosten an der Zapfsäule beeinflussen. Verschiedene Faktoren bestimmen jedoch die tatsächlichen Benzinpreise.

Das Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage ist entscheidend: Ein höheres Angebot führt in der Regel zu niedrigeren Preisen. Ist das Angebot jedoch begrenzt und die Nachfrage hoch, steigen die Preise.

Chuck Warren, Politökonom und Gastgeber des Podcasts "Breaking Battlegrounds", prognostiziert, dass eine Harris-Regierung möglicherweise die Erdölversorgung reduzieren könnte, da sie erneuerbare Energien bevorzugt. Laut Warren hat Harris bereits stark auf grüne Energie gesetzt und könnte Anreize schaffen, um erneuerbare Energiequellen den fossilen Brennstoffen vorzuziehen.

Dennis Shirshikov, Finanzprofessor an der City University of New York (CUNY), teilt diese Ansicht. Er erwartet, dass Harris weiterhin auf Klimaschutzinitiativen und Investitionen in erneuerbare Energien setzen wird. Dies könnte zu Maßnahmen führen, die Erdölförderung und -produktion auf Bundesland und -gewässern einschränken, ähnlich den Politiken der Biden-Administration.

Sollten diese Einschränkungen kommen, könnte die heimische Ölproduktion sinken. Dies würde das Angebot neben den importierten Ölen beschränken und möglicherweise zu höheren Benzinpreisen führen.

Kurzfristig prognostiziert Warren einen leichten Anstieg der Benzinpreise aufgrund strikterer Regulierungen bei der Ölförderung sowie wahrscheinlich durch Einführung von CO2-Steuern. Diese Steuern sollen die Treibhausgasemissionen durch erhöhte Preise für fossile Brennstoffe senken.

Zusätzliche Einschränkungen bei der Erdölförderung könnten das Angebot weiter verknappen und die Kosten erhöhen. Falls es schwieriger wird, Benzin zu produzieren, wird es zur begehrten Ware. Ein aktueller Artikel von World Oil deutet an, dass Harris das Fracking verbieten könnte, was die Ölproduktion um bis zu 25% reduzieren könnte.

Historisch betrachtet hat der US-Präsident langfristig nur einen geringen Einfluss auf den Benzinpreis. Die Nachfrage könnte ebenfalls sinken, wenn Elektroautos für den durchschnittlichen Verbraucher zugänglicher werden und somit mehr Menschen auf E-Fahrzeuge umsteigen.

Warren sieht hierin eine Chance: Harris könnte alternative Energien priorisieren und so die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen verringern, was die Benzinpreise langfristig stabilisieren oder gar senken könnte.

Laut einem Bericht der US-Energieinformationsbehörde (EIA) von Juli 2024 wird der Preis für reguläres Benzin bis 2025 bei etwa 3,50 US-Dollar pro Gallone liegen, was nur geringfügig über dem aktuellen Durchschnittspreis liegt.