Ein ungewöhnlicher Streit entzündete sich im Frühjahr 2023 auf LinkedIn – und zwar über Olivenölflaschen. Andrew Benin, Mitbegründer und CEO des Olivenöl-Start-ups Graza, zeigte sich verärgert, als der Konkurrent Brightland sein neues, mit Kräutern angereichertes Pizza-Öl in einer Plastiquetschflasche verpackte – der charakteristischen Verpackung von Graza – statt in der traditionellen Glasflasche. „#Copycat-Kultur ist ein unaufhörlicher Bestandteil unserer unternehmerischen Landschaft“, postete Benin. Der Disput schwappte in die Food-Medien über: Ein paar Tage später kehrte Benin reumütig zurück und entschuldigte sich auf LinkedIn, mit der Erklärung, er sei „aufgebracht und habe schlecht reagiert“. Brightland äußerte sich öffentlich nicht dazu.
Trotz seiner Entschuldigung betont Benin, er sei aus gutem Grund aufgebracht gewesen. „Es war ein Weckruf für uns“, sagt er nun. Graza hatte seine beiden Olivenöle – Sizzle, zum Kochen bei Hitze, und Drizzle, zum Dippen und Träufeln – vor weniger als zwei Jahren eingeführt und einen durchschlagenden Erfolg erzielt. Selbst gut finanzierte Lebensmittel-Startups von bekannten Köchen haben oftmals Schwierigkeiten, in den Regalen der größten US-Einzelhändler Fuß zu fassen. Doch nur etwas mehr als ein Jahr nach Markteinführung war Graza bereits bei Whole Foods zu finden und bereitete sich darauf vor, seine Distribution auf Walmart und Target auszuweiten.