14. April, 2024

Grün

Sonnenfinsternis in Freiberg: Meyer Burger beendet Solarmodulproduktion

Sonnenfinsternis in Freiberg: Meyer Burger beendet Solarmodulproduktion

Die liebe Sonne scheint nicht mehr für Meyer Burger in Freiberg: Die einst leuchtende Hoffnung für die ostdeutsche Solarindustrie hat sich verdunkelt, denn das Nordlicht der Schweizer Photovoltaik, Meyer Burger, stellt seine Solarmodulproduktion in Freiberg endgültig ein. Im Zuge dieser Entscheidung erhielten circa 500 Angestellte die aufbauende Nachricht ihrer Entlassung – ein schwerer Schlag für mehr als 400 betroffene Familien, während ein kleiner Teil Zuflucht in anderen Gesellschaftsbereichen des Unternehmens finden könnte. Sachsens Energieminister Wolfram Günther zeigte sich tief getroffen von der Entscheidung und verwies auf das verbitternde Fehlen politischer Einsicht.

Die Grauwolken zogen auf, als Bundesfinanzminister Christian Lindner der Solarindustrie den Rücken kehrte und einen sogenannten Resilienzbonus von der Agenda strich – ein rettender Anker, der europäische Hersteller vor der stürmischen See des Marktes bewahren sollte. Meyer Burger machte kein Geheimnis daraus, dass das Fortbestehen des Standorts Freiberg an dieser Unterstützung hing. Nach Lindners Betonung, große Subventionen auszuschließen, zog Meyer Burger die Reißleine und überbrachte den Mitarbeitern die Kündigungsnachrichten.

Der zarte Pflanzenkeim Hoffnung, der im Februar mit der Ankündigung der Schließung untergeharkt wurde, ist nun ausgetrocknet – die Produktion lag seit Mitte März brach, und nun nähern sich die Arbeitsverträge ihrem unaufhaltsamen Ende. Ein tiefroter Zahlenstrich im letzten Geschäftsbericht und der schier unbezwingbare Wettbewerb durch preisgünstige Konkurrenzprodukte aus China führten zu dieser Entscheidung. Gunter Erfurt, Chef von Meyer Burger, erklärte die Verzerrung des Marktes durch Subventionen im Reich der Mitte als Ursache für diesen bitteren Schritt.

Freiberg, das erst kürzlich mit neuem Leben durch die Wiederaufnahme der Solarmodulproduktion in den Hallen von Solarworld erfüllt worden war, steht erneut vor einem dunklen Kapitel – ein Déjà-vu des Jahres 2018, als auch dieser Solargigant seine Pforten schloss. Der industriepolitische Schatten, den Günther skizzierte, heftet nun unweigerlich die Verantwortung an die FDP und schürt die Sehnsucht nach einer Zukunftsperspektive für die wenigen verbliebenen Solarhersteller in Sachsen.

Das Aus für Meyer Burger in Freiberg markiert nicht nur für diesen Standort, sondern auch für die gesamte Solarbranche Ostdeutschlands eine Zeitenwende, die einst als boomende Jobmaschine und Trägerin des ökologischen Fortschritts galt.