28. Juli, 2026

Wirtschaft

Sonderzahlung gegen Inflation: Entlastung ja, spürbarer Effekt oft nein

Sonderzahlung gegen Inflation: Entlastung ja, spürbarer Effekt oft nein

Zur Bewältigung der hohen Inflation hat im vergangenen Jahr fast die Hälfte der Arbeitnehmer in Deutschland von ihrem Arbeitgeber eine Sonderzahlung erhalten. Laut einer Umfrage von YouGov im Auftrag der Nürnberger Teambank gaben jedoch 21 Prozent der Begünstigten an, dass sie durch den Inflationsausgleich nicht spürbar mehr Geld zur Verfügung gehabt hätten. Positiv bemerkbar machte sich die Prämie hingegen bei 26 Prozent der Befragten.

Diese steuerfreie Inflationsausgleichsprämie soll Arbeitnehmer angesichts der gestiegenen Verbraucherpreise unterstützen. Es handelt sich um eine freiwillige Einmalzahlung oder Teilbeträge, die zusätzlich zum regulären Einkommen gewährt wird. Die Zahlung bleibt bis zu einem Betrag von 3000 Euro steuer- und sozialabgabenfrei und kann vom 26. Oktober 2022 bis zum 31. Dezember 2024 geleistet werden.

Vornehmlich wurden Haushalte mit höherem Einkommen durch den Inflationsausgleich begünstigt. Rund 64 Prozent der Beschäftigten mit einem monatlichen Nettoeinkommen von über 4000 Euro berichteten, eine Sonderzahlung erhalten zu haben. Dagegen lag der Anteil in Haushalten mit einem monatlichen Nettoeinkommen von unter 2000 Euro bei lediglich 30 Prozent. YouGov befragte im Februar dieses Jahres insgesamt 1751 Arbeitnehmer im Alter von 18 bis 79 Jahren in Deutschland.

Nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine im Februar 2022 waren vor allem Energie- und Lebensmittelpreise sprunghaft gestiegen, was die Inflationsrate in Deutschland auf durchschnittlich 6,9 Prozent im Jahr 2022 hob. Im Jahr 2023 lag die Rate bei 5,9 Prozent und war damit immer noch auf dem zweithöchsten Stand seit der Wiedervereinigung. Diese höheren Inflationsraten reduzierten die Kaufkraft der Verbraucher, da sie sich für einen Euro weniger kaufen konnten.

Die Umfrage ergab, dass 27 Prozent der Befragten die steuerfreie Sonderzahlung zurücklegten, um für erhöhte Energie- und Heizkosten gerüstet zu sein. Fast ebenso viele, nämlich 26 Prozent, nutzten das zusätzliche Geld, um ihren Lebensstandard zu halten. Jeder Fünfte (21 Prozent) sparte das Geld gezielt, um sich damit Wünsche zu erfüllen.