07. Juli, 2026

Wirtschaft

Schaeffler trotzt der Branchenkrise: Optimismus trotz durchwachsener Zahlen

Schaeffler trotzt der Branchenkrise: Optimismus trotz durchwachsener Zahlen

Die Automobilbranche steckt in der Krise und auch Schaeffler bleibt davon nicht verschont. Das Unternehmen aus Herzogenaurach, das weltweit rund 84.000 Mitarbeiter beschäftigt, verzeichnete im ersten Halbjahr nur ein geringes Umsatzwachstum von 0,8 Prozent auf knapp 8,3 Milliarden Euro. Während das zweite Quartal stärker abschnitt als das erste, sank der Nettogewinn um ein Prozent auf 263 Millionen Euro. Trotz dieser Herausforderungen bewertete CEO Klaus Rosenfeld das zweite Quartal positiv: „In dem sicherlich herausfordernden Umfeld haben wir uns gut geschlagen.“

Bereits vor zwei Wochen hatte Schaeffler wesentliche Geschäftsdaten veröffentlicht und seine Ergebnisprognose gesenkt. Am Dienstag verzeichnete die Aktie ein Minus von 0,5 Prozent im Vergleich zum Markt. Zum 1. Oktober wird der ehemals zu Continental gehörende Zulieferer Vitesco vollständig in Schaeffler integriert, wodurch das Unternehmen auf 120.000 Mitarbeiter anwachsen wird und somit zu den zehn größten Zulieferern weltweit zählt.

Besondere Nachfrage zeigt sich im Bereich Ersatzteile und Service, der eine Umsatzsteigerung von 16 Prozent erzielte. Diese Entwicklung interpretiert Rosenfeld als Reaktion auf schwache Neuwagen-Verkäufe: „Das Aftermarket-Geschäft hat im ersten Halbjahr mit 228 Millionen Euro mehr verdient als unsere anderen Sparten“, erläuterte Rosenfeld. „In Zeiten, in denen Konsumenten eher reparieren als neu kaufen, hilft uns das."

Im größeren Bereich „Automotive Systems“, der unter anderem Getriebe und Komponenten für Elektromotoren umfasst, stiegen die Umsätze um 0,7 Prozent auf 3,53 Milliarden Euro. Trotz des derzeit schwachen Markts bleibt Rosenfeld optimistisch: „Wir haben Aufträge im Wert von 3,5 Milliarden Euro erhalten, davon 2,1 Milliarden aus der E-Mobilität. Das Geschäft wächst trotz Gegenwinds stärker als der Markt.“ Nach der Fusion mit Vitesco sollen die Produkte für E-Fahrzeuge eine eigene Sparte bilden, was die Gesamtzahl der Sparten auf vier erhöhen wird. Die Integration von Vitesco verläuft laut Rosenfeld „besser als erwartet“.

Eine Enttäuschung zeigt sich jedoch im Industriegeschäft, das einen Umsatzrückgang von fünf Prozent auf 3,3 Milliarden Euro verzeichnete. Rosenfeld kommentierte dies mit den Worten: „Die Marge war im ersten Halbjahr lediglich 5,5 Prozent. Die Marge der Sparte sollte eigentlich zweistellig sein und muss auch wieder dahin.“