Europas führender Softwarehersteller SAP hat die Sorgen von Investoren hinsichtlich der aktuellen Herausforderungen in der Branche gedämpft. Vertriebschef Scott Russell räumte ein, dass gegenwärtig in einigen Segmenten ein etwas schwächeres Umfeld vorherrscht. Dennoch betonte er bei einer Analystenrunde auf der Kundenmesse Sapphire in Orlando, Florida, dass die Ausgabebudgets der Kunden für IT weiterhin wachsen.
Finanzchef Dominik Asam präzisierte, dass das Geschäft mit den Kernprodukten des Unternehmens derzeit stabil verläuft. Dies führte dazu, dass die vor einer Woche von schlechten Branchensignalen belastete Aktie sich weiter erholte und nach Handelsstart am Donnerstag um über 3 Prozent auf 177,02 Euro stieg. Seit Jahresbeginn verzeichnet die SAP-Aktie somit ein beeindruckendes Plus von fast 25 Prozent.
Die optimistische Sichtweise von SAP erweckte, trotz der jüngst negativen Nachrichten aus der Branche, Vertrauen hinsichtlich der aktuellen Nachfrage. Analyst Knut Woller von der Baader Bank hob hervor, dass SAP mit ihrem Ansatz eines umfassenden Angebots derzeit vergleichsweise besser mit der Situation umgehen kann als Wettbewerber mit spezialisierten Lösungen. Das geplante Auslaufen der herkömmlichen Softwarewartung für bestimmte Kernanwendungen bis Ende 2027 soll Kunden den Umstieg auf Cloudsoftware schmackhaft machen.
Charles Brennan von der Investmentbank Jefferies bezeichnete SAP als einen "sicheren Hafen" in einer unsicheren Konjunkturlage und Softwarebranche. Dies aufgrund der angekündigten Wachstumsbeschleunigung und Margenausweitung bis 2027. Für Brennan sollten die Aktien ihre jüngsten Verluste aufholen können. Ähnliche positive Prognosen kamen von Michael Briest von der UBS sowie Nay Soe Naing von Berenberg.
Zuletzt hatten branchenweite Signale die Sorgen der Anleger befeuert, insbesondere die schwachen Geschäftsaussichten des US-Rivalen Salesforce Ende Mai. Dies hatte auch Druck auf die SAP-Aktie ausgeübt. Asam versuchte jedoch gleich zu Beginn seines Vortrags, die Ängste der Analysten und Investoren zu zerstreuen: "Die gute Nachricht ist: Es gibt keine Neuigkeiten", sagte er humorvoll.
Das Management bekräftigte die aktuellen Prognosen und Ziele für 2025. Asam zufolge sei das Unternehmen auf Kurs und das Wachstum soll sich in den kommenden Jahren sogar noch beschleunigen. Auch die um Sondereffekte bereinigte Marge vor Zinsen und Steuern soll nach 2025 weiter steigen.