10. Juli, 2026

Wirtschaft

Ryanair: Schleuderpreise setzen Europas größten Billigflieger unter Druck

Ryanair: Schleuderpreise setzen Europas größten Billigflieger unter Druck

Ryanair, Europas führende Billigfluggesellschaft, hat zu Beginn des Geschäftsjahres aufgrund rückläufiger Flugpreise einen erheblichen Gewinnrückgang verzeichnet. Für das zweite Quartal zeigt sich das Unternehmen vorsichtig: Die Preisgestaltung bleibt unsicher und die Ticketpreise dürften deutlich unter dem Niveau des Vorjahres liegen. Diese Herausforderungen wurden am Montag von der irischen Airline in Dublin bekanntgegeben. Ursprünglich waren leicht steigende Preise erwartet worden.

Die Aktien des Unternehmens gerieten stark unter Druck und fielen im frühen Handel auf den tiefsten Stand seit Anfang November. Zuletzt notierte die Aktie bei 14,46 Euro, was einem Rückgang von 12 Prozent entspricht. Seit Jahresbeginn summiert sich der Verlust auf fast 25 Prozent.

Analysten wie Harry Gowers von JPMorgan kommentierten, dass die Billigfluglinie selbst die pessimistischsten Erwartungen verfehlte und nun deutlich pessimistischer bezüglich der Ticketpreise für das laufende Quartal sei. Dies werde voraussichtlich zu einer Senkung der Markterwartungen für den Gewinn führen. Ähnliche Einschätzungen gaben auch Patrick Creuset von Goldman Sachs, Jarrod Castle von UBS und Ruairi Cullinane von der kanadischen Bank RBC ab.

Im ersten Geschäftsquartal sanken die Ticketpreise im Schnitt um 15 Prozent. Ryanair erklärte, dass die reisestarken Osterfeiertage teilweise in den März gefallen waren, anders als im Vorjahr, und das Unternehmen zudem höhere Preisnachlässe als geplant gewähren musste. Unter dem Strich erzielte Ryanair für die drei Monate bis Ende Juni einen Überschuss von 360 Millionen Euro, deutlich weniger als die knapp 663 Millionen Euro im Vorjahr.

Trotzdem verzeichnete Ryanair von April bis Juni einen Anstieg der Passagierzahlen um zehn Prozent auf rund 55,5 Millionen Fluggäste. Das Unternehmen plant, im laufenden Geschäftsjahr die Passagierzahl um acht Prozent auf 198 bis 200 Millionen Fluggäste zu erhöhen.

Die Auslastung der Maschinen verschlechterte sich im gleichen Zeitraum von 95 auf 94 Prozent und der Umsatz schrumpfte leicht um ein Prozent auf 3,63 Milliarden Euro. Das endgültige Ergebnis für das erste Halbjahr wird von den Buchungen und Erträgen im August und September abhängen. Eine präzise Gewinnprognose soll erst im November bei Vorlage der Halbjahreszahlen gegeben werden, wie das Management um Ryanair-Chef Michael O'Leary bekanntgab.