06. Juli, 2026

Wirtschaft

Ryanair Kürzt Flugangebot am BER um ein Fünftel - Hohe Kosten als Hauptgrund

Ryanair Kürzt Flugangebot am BER um ein Fünftel - Hohe Kosten als Hauptgrund

Die Fluggesellschaft Ryanair plant, ihr Angebot am Hauptstadtflughafen BER ab dem kommenden Sommer um rund ein Fünftel zu reduzieren. Hauptgrund seien die hohen Zugangskosten, die von der deutschen Regierung und dem Flughafenmanagement nicht gesenkt werden konnten, so das Unternehmen. Die Anzahl der in Berlin stationierten Flugzeuge soll von derzeit neun auf sieben sinken.

Betroffen von der Reduktion sind sechs Ziele: Brüssel, Chania, Kaunas, Krakau, Luxemburg und Riga. Ein konkretes Datum für die Flottenreduzierung blieb zunächst offen, ebenso wie die Anzahl der betroffenen Beschäftigten in Berlin. Laut Eddie Wilson, Ryanairs Manager für das Kerngeschäft, entfallen auf jedes Flugzeug rund 30 Arbeitsplätze.

Ryanair ist derzeit der größte Anbieter am Hauptstadtflughafen und hat den Marktanteil des einstigen größten Wettbewerbers Easyjet überholt. Erst im Sommer hatte die Fluggesellschaft ihr Angebot in Berlin ausgebaut und fliegt heute zu mehr als 50 Zielen in Europa. Im vergangenen Jahr stieg die Anzahl der Ryanair-Passagiere am BER um 15 Prozent.

Das Unternehmen hatte zudem mit den Betreibern im Dezember einen Vertrag für die Errichtung eines eigenen Wartungshangars abgeschlossen. Ob Ryanair diese Pläne beibehält, blieb unklar.

Mit den hohen Kosten ist Ryanair nicht allein: Auch Easyjet verkleinerte seine Flotte am BER zum Winterflugplan 2022/23 von 18 auf 11 Flugzeuge. Ryanair-Manager Wilson betonte, dass die Regierung angesichts der nach wie vor nicht erreichten Corona-Niveaus im Luftverkehr handeln müsse. Speziell am BER habe die Passagierzahl im vergangenen Jahr nur rund 70 Prozent des Vorkrisen-Niveaus erreicht.

Diese Entwicklung sei auch den hohen Steuern und Gebühren geschuldet, die nicht nur den BER, sondern auch andere deutsche Standorte betreffen und das Marktwachstum hemmen. Ob Ryanair das Angebot auch an anderen deutschen Standorten wie Weeze, Köln, Frankfurt-Hahn, Nürnberg, Baden und Memmingen reduzieren wird, blieb offen.

Der Flughafenverband ADV warnte, dass Deutschland im Luftverkehr aufgrund der hohen Kosten den Anschluss im internationalen Vergleich zu verlieren drohe. Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel betonte, dass hohe regulative Belastungen den Angebotsaufbau der Airlines in Deutschland abwürgten, während Standorte im Ausland prosperieren. 'Die Leidtragenden sind die Passagiere,' so Beisel. Es gebe hierzulande kein Nachfrage-, sondern ein klares Angebotsproblem.