06. Juli, 2026

Wirtschaft

Ryanair kürzt Angebot am BER – Kostendruck führt zu Reduzierungen

Ryanair kürzt Angebot am BER – Kostendruck führt zu Reduzierungen

Die irische Fluggesellschaft Ryanair plant, ihr Flugangebot am Hauptstadtflughafen BER ab dem kommenden Sommer um etwa 20 Prozent zu verringern. Dies gab das Unternehmen bekannt und nannte die hohen Zugangskosten, die weder von der deutschen Regierung noch vom Flughafenmanagement gesenkt werden konnten, als Hauptgrund. Daher soll die Zahl der in Berlin stationierten Flugzeuge von derzeit neun auf sieben reduziert werden.

Von dieser Maßnahme betroffen sind sechs Flugziele, die künftig nicht mehr angeflogen werden: Brüssel, Chania, Kaunas, Krakau, Luxemburg und Riga. Ein festes Datum für die Umsetzung der Flottenreduzierung wurde bislang nicht bekannt gegeben. Auch blieb unklar, wie viele Beschäftigte in Berlin von dieser Veränderung betroffen sein werden. Eddie Wilson, der für Deutschland, Österreich und die Schweiz zuständige Manager, betonte jedoch, dass auf jede Maschine etwa 30 Arbeitsplätze entfallen.

Mit einem Marktanteil, der den einstigen Hauptkonkurrenten Easyjet überholt hat, ist Ryanair derzeit der größte Anbieter am BER. Die Fluggesellschaft hatte in diesem Sommer ihr Angebot in Berlin erweitert und fliegt nun von Schönefeld aus zu mehr als 50 Zielen in Europa. 2022 konnte Ryanair die Passagierzahlen am BER um 15 Prozent steigern.

Im Dezember wurde ein Vertrag über den Bau eines eigenen Wartungshangars am Standort ausgehandelt. Ob Ryanair diese Pläne weiterverfolgen wird, ist bislang unklar. Es ist nicht das erste Mal, dass eine Fluggesellschaft aufgrund hoher Kosten das Angebot am BER reduziert. Im Frühjahr 2022 verlegte Easyjet elf der 18 dort stationierten Flugzeuge. Diese Entscheidung führte zum Wegfall von rund 200 Arbeitsplätzen.

Wilson rief die Regierung zum Handeln auf, da sich der Flugverkehr in Deutschland immer noch nicht auf das Niveau vor der Corona-Pandemie erholt habe. Besonders am BER seien die Passagierzahlen im vergangenen Jahr nur bei etwa 70 Prozent des Vorkrisen-Niveaus gelegen. Dies sei auch auf die hohen Steuern und Gebühren zurückzuführen, die nicht nur den BER, sondern auch andere Standorte betreffen und das Angebot hemmen.

Ryanair hat neben Berlin auch Standorte in Weeze, Köln, Frankfurt-Hahn, Nürnberg, Baden und Memmingen. Ob dort ebenfalls Reduzierungen geplant sind, ist noch offen. Der Flughafenverband ADV warnte davor, dass Deutschland im Luftverkehr aufgrund der hohen Kosten den Anschluss verlieren könnte. Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel betonte, dass die regulativen Belastungen den Angebotsaufbau der Airlines in Deutschland abwürgen, während Standorte im europäischen Ausland prosperieren. Leidtragende seien die Passagiere; es handle sich um ein Angebots-, nicht um ein Nachfrageproblem.