Der Schaden durch Diebstahl, Sabotage und Industriespionage in der deutschen Wirtschaft hat im vergangenen Jahr ein Rekordhoch von fast 267 Milliarden Euro erreicht. Laut einer Studie des Digitalverbands Bitkom ist China mittlerweile der wichtigste Ausgangspunkt für Angriffe auf deutsche Unternehmen, wie in einer in Berlin veröffentlichten Studie dargelegt wurde.
Bei einer Befragung von über 1.000 Unternehmen aus allen Branchen gaben 45 Prozent der betroffenen Firmen an, die Angriffe auf China zurückverfolgen zu können. Dies stellt eine Zunahme im Vergleich zum Vorjahr dar, als der Anteil bei 42 Prozent lag. Früher dominierten Angriffe aus Russland die Statistiken, jedoch sagten aktuell nur noch 39 Prozent der Unternehmen, dass sie Angriffe aus Russland erlitten hätten, gegenüber 46 Prozent im Jahr 2023.
Nach einem Vorfall im April, bei dem mutmaßlich chinesische Hacker jahrelang Volkswagen ausspioniert hatten, erläuterte Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst, dass die zunehmenden Spannungen und Konfrontationen sich in den Zahlen widerspiegeln. Auch osteuropäische Hacker sind weiterhin aktiv und sind für 32 Prozent der Angriffe verantwortlich, während 21 Prozent der Firmen Angriffe aus der Europäischen Union vermuten, ohne Deutschland.
Die Studie zeigt alarmierende Zahlen: Acht von zehn Unternehmen in Deutschland berichten von Angriffen in den letzten zwölf Monaten. Besonders betroffen sind Unternehmen von digitalem und analogem Datendiebstahl. Wintergerst betonte, dass Unternehmen ihre Sicherheitsmaßnahmen sowohl digital als auch analog erhöhen müssen. Vicepräsident des Verfassungsschutzes Sinan Selen warnte, dass viele Angriffe unentdeckt bleiben und die Bedrohung weit umfassender ist, als die Zahlen suggerieren.
Abschließend bleibt zu sagen, dass die wirtschaftliche Verflechtung mit China eine erhebliche Herausforderung darstellt. Wintergerst und Selen plädierten dafür, die Risiken klar einzuordnen, ohne die wirtschaftliche Kooperation komplett aufzugeben.