Die britische Rechnungslegungsaufsicht Financial Reporting Council (FRC) hat erneut die BDO und Forvis Mazars für Mängel in ihrer Prüfungstätigkeit kritisiert. Dies ist bereits das vierte Jahr in Folge, in dem die beiden Wirtschaftsprüfungsgesellschaften ins Visier der Regulierungsbehörde geraten sind. In ihrem Jahresbericht zur Prüfungsqualität warnte die FRC davor, dass härtere Maßnahmen ergriffen werden könnten, sollten keine Verbesserungen eintreten.
Der Bericht verdeutlicht, dass der Abstand zwischen den 'Big Four' - Deloitte, EY, KPMG und PwC - und den mittelgroßen Firmen weiter zu wachsen scheint. Diese Entwicklung stellt die mittelgroßen Unternehmen vor erhebliche Herausforderungen, wenn sie versuchen, Marktanteile von den dominierenden Platzhirschen zu gewinnen.
Sarah Rapson, die Geschäftsführerin der Aufsicht bei der FRC, äußerte sich enttäuscht über die sinkende Qualität der Arbeit von BDO und Forvis Mazars und betonte deren Bedeutung für den britischen Prüfungsmarkt und die Wirtschaft insgesamt. Sie unterstrich die Notwendigkeit, dass beide Firmen ihre zugesagten Verbesserungspläne umsetzen.
Die Regulierungsbehörde kündigte an, weiterhin eine 'intensivere Überwachung' anzuwenden. Dabei sei es nicht ausgeschlossen, dass härtere Maßnahmen ergriffen werden, einschließlich der Nutzung der Befugnisse zur Registrierung von Prüfern für öffentliche Interessenten (PIE), sofern bis 2025 keine Verbesserungen zu verzeichnen seien.
Paul Eagland, Managing Partner bei BDO, zeigte sich tief enttäuscht über die diesjährigen Ergebnisse und versicherte, dass umfassende Maßnahmen und Pläne umgesetzt würden, die mit den Regulierungsbehörden geteilt worden seien. Forvis Mazars reagierte bislang nicht auf eine Bitte zur Stellungnahme.