Reserve Bank of India (RBI) – hat die Kreditinstitute des Landes dazu aufgefordert, keine zusätzlichen Wetten gegen die Landeswährung Rupie einzugehen. Der Vorstoß der RBI zielt darauf ab, die kürzlich auf Rekordtiefs gefallene Währung zu stützen.
Am Dienstag kontaktierten Beamte der RBI einige der größten Banken Indiens, um den Druck auf die Rupie zu mindern. In den letzten Wochen hat die indische Währung wiederholt neue Tiefstände gegenüber dem US-Dollar erreicht, was sie zu einer der schlechtesten Performer in Asien macht. Dies geschah trotz regelmäßiger Marktinterventionen der RBI, die den Abwärtstrend bremsen und das Vertrauen der Investoren stärken sollten.
"Sie versuchen alles", kommentierte ein Währungsstratege eines großen indischen Brokerhauses. Ein Banker aus Mumbai erklärte, dass die Zentralbank in den vergangenen Jahren von einer "managed float"- zu einer "creeping peg"-Strategie gewechselt sei. Diese Anpassung solle einer Warnung an die Banken gleichkommen, den Druck auf die Rupie nicht weiter zu erhöhen.
Aktuell liegt der Kurs der Rupie bei 83,92 gegenüber dem Dollar, knapp über dem Allzeittief von 84,16 am Montag. Analysten sehen die jüngste Schwäche der Währung in Kapitalabflüssen aus indischen Aktien, dem Abbau von Carry Trades, einer Erhöhung der Aktiensteuern und einer gestiegenen Dollarnachfrage von Importeuren begründet.
Aditi Gupta, Ökonomin bei der Bank of Baroda, erklärte, dass die Rupie "neue Rekordtiefs aufgrund anhaltender Aktienabflüsse" erreicht habe und die RBI den Markt weiterhin genau beobachten werde. Zudem belasten Schwankungen an den globalen Märkten, ausgelöst durch die Zinserhöhung der Bank of Japan und Befürchtungen über eine mögliche US-Rezession, die indische Währung.
Ein indischer Banker betonte die Besorgnis der RBI über "plötzliche und scharfe Bewegungen" im Marktumfeld. Der jüngste Markttumult in Japan und den USA könnte die jüngsten Maßnahmen initiiert haben. Die RBI wies zudem darauf hin, keine Kenntnis über Anweisungen an indische Kreditinstitute zu haben, die von Reuters berichtet wurden.
Die Zentralbank wird voraussichtlich ihren Leitzins am Donnerstag bei 6,5 Prozent belassen. Gleichzeitig hat sie die Devisenreserven des Landes um 7,6 Prozent auf 667 Milliarden Dollar im laufenden Jahr aufgebaut. Shaktikanta Das, RBI-Gouverneur, erläuterte im April, dass die Stabilität der indischen Rupie stets oberste Priorität habe. Der Aufbau der Reserven diene als Polster gegen zukünftige Risiken.
Analysten von Barclays gehen davon aus, dass sich die Interventionen der RBI auch nach dem Ende von Das' Amtszeit nicht wesentlich ändern werden. Die aktuelle Politik habe dem Land durch die Verringerung der Rupie-Volatilität und den stetigen Anstieg der Devisenreserven gut gedient.