Qantas, die renommierte australische Fluggesellschaft, hat entschieden, die Abfindung für ihren ehemaligen CEO Alan Joyce erheblich zu kürzen. Nach einem vernichtenden Bericht, der Joyce für die Entfremdung von Reisenden, Mitarbeitern und Aktionären verantwortlich macht, wurden seine Austrittsboni um sechs Millionen Dollar reduziert.
Dieser Schritt markiert einen düsteren Abschluss von Joyces 15-jähriger Amtszeit bei der Airline, kommt jedoch nicht vollkommen unerwartet. Joyce hatte seinen Rücktritt bereits im vergangenen September vorgezogen, da er unter dem Schatten zahlreicher Klagen stand, welche ungerechtfertigte Entlassungen während der Pandemie sowie den Verkauf von Tickets für bereits stornierte Flüge zum Inhalt hatten.
Während Joyces Amtszeit geriet das Unternehmen immer wieder in die Schlagzeilen, etwa durch den Verlust von Gepäckstücken oder den aufsehenerregenden Fall, als er 2011 die gesamte Flotte aufgrund eines Gewerkschaftsstreiks stilllegte.
Der jüngst veröffentlichte Bericht, verfasst von einem leitenden Berater der Beratungsfirma McKinsey, beschreibt den Führungsstil der Airline als "top-down" und das Verhältnis zu den Interessengruppen als "konfliktbeladen". Weiterhin monierte der Bericht, dass der Vorstand nur begrenzt Einblick in oder Verständnis für die bestehenden Probleme hatte.