Die Pariser Werbeagentur Publicis hat ihre Jahresprognose angehoben, nachdem die Ausgaben seitens US-amerikanischer Technologiekunden trotz fortdauernder makroökonomischer Unsicherheiten ein Comeback erlebten. Vergangenen Donnerstag vermeldete Publicis einen überraschend kräftigen Zuwachs des Nettoumsatzes um 7,7 Prozent im ersten Halbjahr auf 7,7 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisationen stieg um 4,9 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro. Wesentlichen Anteil an diesem Wachstum hat die wiedererstarkte Ausgabebereitschaft im Technologiesektor: Die Umsätze in dieser Branche legten in beiden ersten Quartalen jeweils um etwa 11 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu. Publicis-CEO Arthur Sadoun äußerte sich zuversichtlich: US-amerikanische Technologiekunden begännen erneut zu investieren, nachdem sie im letzten Jahr ihre Marketingbudgets gekürzt hatten. Trotz der weiterhin herausfordernden politischen Lage in den USA, Frankreich und Großbritannien sowie geopolitischen Spannungen, werde die Prognose optimistisch angehoben. Ein weiterer Erfolgsfaktor ist die Investition in Technologie, die Publicis mehr Kunden anzieht, um personalisierte Werbekampagnen im großen Stil zu erstellen und zu verbreiten. Mit dem vermehrten Einsatz von KI-Tools soll dies weiterentwickelt werden. Aktuell peilt Publicis ein jährliches Umsatzwachstum von 5 bis 6 Prozent an, nachdem zuvor 4 bis 5 Prozent prognostiziert wurden. Die Ziele für die finanziellen Kennzahlen bleiben bestehen, darunter eine operative Marge von 18 Prozent sowie einen freien Cashflow zwischen 1,8 und 1,9 Milliarden Euro, vor Änderungen im Umlaufvermögen. Die Werbebranche insgesamt zeigt sich in diesem Jahr optimistischer, da Marken wieder zunehmend Geld in Marketing investieren. Großereignisse, von der Fußball-Europameisterschaft bis zu den Olympischen Spielen in Paris, kurbeln die Einnahmen zusätzlich an. PwC prognostizierte diese Woche, dass die Werbeeinnahmen 2026 die Marke von einer Billion Dollar überschreiten werden und bis 2028 das Doppelte der Werte von 2020 erreichen. Publicis selbst hat die Branche übertroffen, was auf jahrzehntelange Investitionen zurückzuführen ist, die die Einführung von Datenberatungs- und Technologieeinheiten ermöglichten. In diesem Jahr sollen 100 Millionen Euro in die Weiterentwicklung der KI-Tools fließen, Teil einer 300-Millionen-Euro-KI-Strategie zur Verbesserung und Personalisierung von Werbemaßnahmen. Die Technologie von Publicis ermöglicht es Kunden bereits, individuelle Konsumenten mit der "richtigen Botschaft zur richtigen Zeit" zu erreichen. Der vermehrte Einsatz von KI soll zudem dabei unterstützen, Inhalte zu erstellen, zu produzieren und zu verteilen. Sadoun betonte, dass Frankreich, obwohl es nur noch 6 Prozent des Umsatzes ausmacht, weiterhin eine wichtige Rolle als Hauptsitz spielt. Trotz der aktuellen politischen und ökonomischen Herausforderungen konnte der französische Markt im letzten halben Jahr ebenfalls wachsen.
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Publicis hebt Jahresprognose an: Werbung treibt wieder an