27. Juli, 2026

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Pendelrekord zwischen Ost und West – Mobilitätsfrage zunehmend im Fokus

Pendelrekord zwischen Ost und West – Mobilitätsfrage zunehmend im Fokus

In den letzten zehn Jahren ist ein kontinuierlicher Anstieg der Berufspendler zwischen den östlichen und westlichen Bundesländern zu verzeichnen. Einem aktuellen Bericht der Bundesagentur für Arbeit zufolge ist die Zahl derjenigen, die aus den neuen Bundesländern in den alten Bundesländern arbeiten, um etwa 50.000 auf annähernd 447.000 angestiegen. Parallel dazu hat sich die Menge der Berufstätigen, die den umgekehrten Weg antreten, fast verdoppelt. Der Trend zeigt, dass zunehmend mehr Beschäftigte beträchtliche Distanzen zurücklegen, um ihrer Arbeit nachzugehen.

Der Bundestagsabgeordnete Jan Korte der Linken sieht in dieser Bewegung ein kritisches Zeichen: Weit entfernt von den einst versprochenen "blühenden Landschaften" im Osten, offenbare die aktuelle Situation eine Belastung für viele Arbeiter. Korte bemängelt, die hohe Anzahl an Pendlern offenbare Defizite in der regionalen wirtschaftlichen Entwicklung und der lokalen Infrastruktur.

Studien, unter anderem des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung, bestätigen, dass die Pendelbewegung insgesamt zugenommen hat. Der Anteil der Berufspendler bei den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten liegt demnach bei 60 Prozent. Eine nicht unerhebliche Anzahl der Berufstätigen legt für den Weg zur Arbeit mehr als 30 oder sogar über 50 Kilometer zurück, was im Zeitalter der digitalen Arbeitsmöglichkeiten nicht zwingend täglich erforderlich ist.

In den Augen von Jan Korte sind die Auswirkungen der Pendelströme problematisch und er sieht die Notwendigkeit einer Mobilitätswende, die sich allerdings in weiter Ferne befindet. Der Linken-Politiker kritisiert das System der Pendlerpauschalen als sozial ungerecht. Er plädiert für eine einheitliche, einkommensunabhängige Lösung in Form eines Mobilitätsgeldes. Darüber hinaus fordert Korte einen ausgiebigeren Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs und eine verstärkte Strukturförderung in den neuen Bundesländern, um den Verkehr einzudämmen und die Abhängigkeit vom individuellen Kraftfahrzeug zu reduzieren.