Peloton Interactive, ein führender Anbieter im Bereich des vernetzten Fitnesstrainings, steht derzeit vor erheblichen Herausforderungen. Trotz eines soliden Geschäftsmodells kämpft das Unternehmen mit Wachstumsschwierigkeiten und Ertragsproblemen. Der neue CEO trat sein Amt kaum an, bevor er bereits wieder ausschied. Während die Möglichkeit einer Wende besteht, scheint eine Investition derzeit riskant.
Seit dem Börsengang zu Beginn der COVID-19-Pandemie verzeichnete Peloton zunächst starke Umsatzzuwächse und begeisterte Anleger. Doch die junge Firma beging schwerwiegende Fehler, die sie kaum rückgängig machen konnte. Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2024 sanken die Umsätze um 3 % im Vergleich zum Vorjahr. Dies war das neunte aufeinander folgende Quartal mit einem Rückgang, nachdem der Umsatz zuvor bereits stotterte. Während der Pandemie konnte Peloton kurzfristig Gewinne erzielen, kämpft jedoch seit Jahren mit Verlusten.
Die Probleme bei Peloton sind vielfältig: Produkt-Rückrufe, überdimensionierte Infrastrukturen und niedrige Lagerbestände haben das Unternehmen belastet. Obwohl ein erfahrener CEO vor zwei Jahren angeheuert wurde, verließ er das Unternehmen im Mai. Es kursieren zwar Übernahmegerüchte, aber aktuell versucht das Management durch Kostensenkungen und neue Initiativen die Marke zu revitalisieren.
Im Gegensatz dazu berichtete Lululemon Athletica glänzende Resultate für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2024. Der Umsatz stieg um 10 % im Vergleich zum Vorjahr und der Gewinn je Aktie legte von $2,28 auf $2,54 zu. Das Unternehmen erwartet für das gesamte Jahr ähnliche Ergebnisse. Zwar gab es im Quartal einige Produktfehler, vor allem bei Farben, doch das Interesse der treuen Fans blieb ungebrochen.
Allerdings zog Lululemon vergangene Woche seine neue „Breezethrough“-Kollektion aufgrund von Kundenbeschwerden aus den Läden. Analysten bewerteten die Aktie herab, besonders nachdem Nike einen besorgniserregenden Bericht über den Zustand des Einzelhandels im Bereich Activewear veröffentlicht hatte. Anstatt die Produkte preislich zu reduzieren, entfernte Lululemon sie komplett aus dem Sortiment, um die Markenintegrität zu schützen.
Lululemon könnte kurzfristig Verluste hinnehmen müssen, profitiert jedoch langfristig. Ähnliche Probleme gab es bereits vor über zehn Jahren mit der „see-through“ Leggings, woraufhin ein Manager das Unternehmen verließ und Lululemon sich schnell erholte. Bemerkenswert ist, dass Sun Choe, Chief Product Officer seit fast acht Jahren, bereits ihren Rücktritt angekündigt hat. Ihre Aufgaben werden von einem dreiköpfigen Team übernommen.
Obwohl Lululemon derzeit einige Produktfehler verzeichnet, ist das Unternehmen dennoch profitabel und wächst. Im Vergleich zu Peloton, das rückläufig und wenig rentabel ist, scheint Lululemon attraktiv bewertet und ist langfristig wohl die bessere Wahl.
Peloton stellt zwar auch weiterhin großartige Produkte her und besitzt eine loyale Fangemeinde, kämpft jedoch mit erheblichen Herausforderungen. Lululemon hingegen hat als erfolgreicher Akteur eine anerkannte Erfolgsbilanz und befindet sich auf einem historisch günstigen Kursniveau.