Zuletzt verzeichnete der Ölmarkt einen signifikanten Preisrückgang: Ein Barrel der Nordseesorte Brent zur Lieferung im August kostete am Dienstag 77,13 US-Dollar. Damit sank der Preis um 1,25 US-Dollar gegenüber dem Vortag. Ähnlich verhielt es sich mit der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im Juli, deren Preis um 1,12 Dollar auf 73,10 Dollar fiel.
Experten führen diese Entwicklung auf die jüngsten Entscheidungen der Opec+ zurück, einem Zusammenschluss von mehr als zwanzig Ölproduzenten. Die Länder verständigten sich am Wochenende darauf, ihr Angebot bis Ende 2025 zu begrenzen. Jedoch sollen bestimmte freiwillige Produktionskürzungen vorzeitig aufgehoben werden. Ab Oktober ist eine sukzessive Rücknahme dieser Kürzungen geplant.
Die freiwilligen Produktionskürzungen werden, anders als ursprünglich vorgesehen, nur um drei Monate verlängert. "Die OPEC+ scheint mittlerweile etwas mehr gewillt zu sein, die Produktionskürzungen zurückzunehmen", erläuterte Carsten Fritsch, Rohstoffexperte bei der Commerzbank.
Auch eine Entspannung der geopolitischen Spannungen trug zur aktuellen Marktlage bei. Insbesondere durch den verstärkten Druck der USA und der G7-Staaten auf Israel und die Hamas, ein Abkommen zur Beilegung des Gaza-Konflikts zu schließen, haben sich die Risiken verringert.