Der britische Kommunikationsregulator Ofcom hat entschieden, inflationsbedingte Preiserhöhungen inmitten bestehender Verträge für Telefon-, Breitband- und Pay-TV-Dienste zu untersagen. Ab Januar 2025 müssen Telekommunikationskunden klar und deutlich in Pfund und Pence über jegliche künftige Preisanhebungen informiert werden, die in ihren Verträgen festgeschrieben sind.
Im vergangenen Jahr standen die Telekommunikationsanbieter aufgrund von Preiserhöhungen, die teilweise über 14 Prozent betrugen, in der Kritik der Regierung. Üblicherweise haben Telekomunternehmen etwa 3,9 Prozent auf die jährliche Verbraucher- oder Einzelhandelsinflationsrate aufgeschlagen.
Cristina Luna-Esteban, Ofcoms Telekommunikationspolitische Direktorin, erklärte, dass die Regulierungsbehörde im Interesse der Verbraucher von Telefon-, Breitband- und Pay-TV-Diensten einschreite. Ziel sei es, sicherzustellen, dass die Kunden den Preis, den sie zahlen werden, kennen, Angebote besser vergleichen und den Wettbewerbsvorteil des britischen Marktes nutzen können.
Darüber hinaus müssen Anbieter zukünftige Preisänderungen klar kommunizieren. Eine Schätzung von Ofcom ergab, dass ab April 2024 etwa 60 Prozent der Breitband- und Mobilfunkkunden Verträgen unterliegen, die an die Inflation gekoppelte Preiserhöhungen vorsehen.
Zuvor hatte die Behörde festgestellt, dass 55 Prozent der Breitbandkunden und 58 Prozent der monatlich zahlenden Mobilfunkkunden nicht wussten, was Inflationsmaße wie Verbraucherpreisindex (CPI) und Einzelhandelspreisindex (RPI) bedeuten. Nur 16 Prozent der Breitbandkunden und 12 Prozent der Mobilkunden, deren Anbieter inflationsgebundene Preiserhöhungen durchführten, waren sich sowohl über die Erhöhung als auch deren inflationsbedingte Komponente bewusst.
Die Entscheidung erfolgte nach einer Konsultation, die Ofcom im Dezember vorgeschlagen hatte. Zwei der größten Anbieter im Vereinigten Königreich, BT und Vodafone, gaben bereits Anfang des Jahres bekannt, dass sie ein Preismodell einführen werden, das den regulatorischen Vorgaben entspricht.
Während Telekommunikationsgruppen argumentierten, dass Preiserhöhungen notwendig seien, um Investitionskosten aufgrund des steigenden Datenbedarfs zu finanzieren, zeigte sich BT Consumer unterstützend gegenüber Ofcoms Empfehlung zur klaren Darstellung von Preiseränderungen in Pfund und Pence.
Tom MacInnes, interimistischer Politikdirektor bei Citizens Advice, begrüßte die Maßnahme, kritisierte jedoch, dass sie hinter einem vollständigen Verbot von Preiserhöhungen während der Vertragslaufzeit zurückbleibe. Kunden könnten weiterhin von überdurchschnittlichen Preisanhebungen im April nächsten Jahres überrascht werden. Zudem, so MacInnes, habe Ofcom es den Anbietern ermöglicht, durch vage Vertragsklauseln Preisschwankungen zu rechtfertigen.