Die New York Jets sind bereit für die reguläre Saison. Bevor sie im ersten Spiel auf die San Francisco 49ers treffen, lohnt sich ein Rückblick auf das Trainingslager und die Entwicklungen der letzten Wochen.
Wie jedes Jahr habe ich versucht, alle Würfe des Start-Quarterbacks Aaron Rodgers während der 11-gegen-11-Drills zu verfolgen. Rodgers zeigte eine Abschlussquote von 63,1 Prozent mit 24 Touchdowns und fünf Interceptions – eine leichte Steigerung gegenüber dem Vorjahr. Rodgers betonte, dass er so intensiv wie lange nicht mehr trainiert hat, mit durchschnittlich 17 Passversuchen pro Trainingseinheit.
Trotz seiner teilweise noch aus der Achilles-Operation resultierenden Einschränkungen bewegte sich Rodgers überraschend gut und beeindruckte im Laufspiel. Die Offense der Jets zeigte jedoch Schwächen, vor allem an Tagen wie dem 19. August, als Rodgers nur 11 von 27 Pässen anbringen konnte. Probleme bei der Ballübergabe mit dem Center Joe Tippmann und einige Frühstarts zu Beginn des Camps taten ihr Übriges. Dennoch fanden Rodgers und Flügelspieler Wilson schnell zueinander, was Wilsons dominante Leistungen auf dem Feld widerspiegeln.
Joe Douglas, der General Manager, lobte Rodgers' Führung, Präzision und Zielstrebigkeit auf dem Platz. Die zentrale Frage bleibt jedoch, wie sich Rodgers bei seinem ersten Spieldurchgang unter realen Bedingungen schlagen wird.
Cheftrainer Robert Saleh passte seine Philosophie dieses Jahr an, indem er eine kontrolliertere und fokussiertere Herangehensweise förderte. Die mediale Aufmerksamkeit des Vorjahres, die durch den Erwerb von Rodgers ausgelöst wurde, hatte das Team teils aus der Bahn geworfen. Nach einer selbstkritischen Reflexion will Saleh nun nur noch das kontrollieren, was in seiner Macht liegt.
Ein weiterer bemerkenswerter Punkt: Saleh verbrachte im Offseason-Training mehr Zeit mit der Offense und bot Unterstützung für den umstrittenen Offensiv-Koordinator Nathaniel Hackett. Zusätzlich wurden in den Drills bedeutend mehr Spielzüge durchgeführt, und Schlüsselspieler wie Tyron Smith erhielten ausreichend Ruhezeiten, um Verletzungen vorzubeugen.
Eine interessante Anpassung betrifft die Trainingsmethoden der Offensivlinie. Durch ein angepasstes Aufwärmprogramm und mehr Fokus auf deren Stärke- und Konditionstraining sollen zukünftige Verletzungen minimiert werden. Joe Douglas zeigte sich zuversichtlich und nannte das letzte Jahr eine "lehrreiche Erfahrung", die jungen Spielern wie Carter Warren, Max Mitchell und Xavier Newman frühzeitig entscheidende Spielpraxis verschaffte.
Der Nachwuchs hat sich vielversprechend gezeigt, allen voran der Erstrunden-Pick Olu Fashanu. Zusammen mit den erfahrenen Spielern wie Morgan Moses und Alijah Vera-Tucker sieht die Offensive Line endlich stabil und auf einem hohen Niveau aus. Linksguard John Simpson stach zudem in den Trainingseinheiten hervor und machte Eindruck gegenüber den Defensivspezialisten Quinnen Williams und Javon Kinlaw.
Die Jets haben dank Salehs angepasster Strategie und der hervorragenden Teamchemie eine vielversprechende Ausgangsposition für die Saison geschaffen. General Manager Douglas sieht eine starke und zusammengewachsene Gruppe vor sich, die bereit ist, die Herausforderungen der neuen Saison anzugehen.