04. Juli, 2026

Wirtschaft

Neuseeland erhöht Touristengebühren deutlich: Droht ein Rückgang der Besucherzahlen?

Neuseeland erhöht Touristengebühren deutlich: Droht ein Rückgang der Besucherzahlen?

Neuseeland, bekannt für seine atemberaubende Natur und abenteuerlichen Aktivitäten, wird für Touristen aus Deutschland und anderen Nationen ab Oktober erheblich teurer. Die neuseeländische Regierung hat beschlossen, die Touristengebühr „International Visitor Conservation and Tourism Levy“ (IVL) von derzeit 35 auf 100 Neuseeländische Dollar zu erhöhen, was etwa 56 Euro entspricht. Diese Gebühr wird im Rahmen der Beantragung der elektronischen Einreisegenehmigung NZeTA gezahlt.

Deutsche, österreichische und schweizerische Bürger benötigen für einen Aufenthalt von bis zu drei Monaten in Neuseeland kein Visum. Doch bei längeren Aufenthalten müssen sie ein Besuchervisum beantragen, für das ebenfalls ab Oktober höhere Kosten gelten.

Die Entscheidung hat gemischte Reaktionen hervorgerufen. Tourismusminister Matt Doocey betonte die Notwendigkeit der Maßnahme angesichts der hohen Kosten für lokale Gemeinden und Infrastrukturen: „Der internationale Tourismus spielt eine enorm wichtige Rolle für die neuseeländische Wirtschaft. Er bringt aber auch hohe Kosten für die lokalen Gemeinden mit sich, darunter zusätzlichen Druck auf die regionale Infrastruktur und höhere Instandhaltungs- und Wartungskosten in unseren Naturschutzgebieten.”

Der Tourismusverband TIA äußerte scharfe Kritik an der Gebührenerhöhung. Geschäftsführerin Rebecca Ingram warnte, dass Neuseelands Tourismusbranche, die nach der Corona-Pandemie Schwierigkeiten beim Neustart habe, durch diese Maßnahme weiter unter Druck geraten könnte. „Das wird unsere globale Wettbewerbsfähigkeit nun weiter beeinträchtigen. Die höhere Gebühr wird voraussichtlich dazu führen, dass pro Jahr Zehntausende Urlauber weniger kommen“, so Ingram.

Neuseeland zieht Touristen weltweit mit seiner unberührten Natur, gewaltigen Gletschern, Fjorden, Vulkanen, Metropolen wie Auckland und herrlichen Stränden an. Ob die Anziehungskraft des Landes die neuen finanziellen Hürden überwindet, bleibt abzuwarten.