Starbucks erlebt derzeit eine beeindruckende Wendung an der Börse. Nachdem das Unternehmen im letzten Jahr unter dem Nachfolger von Gründer Howard Schultz an Wert verlor, hat der jüngste Austausch in der Geschäftsführung die Anleger wiedererweckt. Brian Niccol, ehemaliger CEO von Chipotle Mexican Grill, übernimmt das Ruder und hat bereits die Gunst der Investoren zurückgewonnen. Die Aktie legte in den letzten Wochen um rund 30% zu.
Dieser Führungswechsel erfolgt nach einer schwierigen Phase unter Ex-CEO Laxman Narasimhan. Schultz hinterließ große Fußstapfen, hatte er doch die Marke von einer lokalen Kette zu einem global operierenden Konzern mit über 39.000 Filialen ausgebaut. Doch mit steigenden Preisen und längeren Wartezeiten stieß Starbucks bei den Kunden zunehmend auf Ablehnung, was sich negativ auf die Verkaufszahlen auswirkte. Hinzu kam die starke Konkurrenz, insbesondere in China, wo Starbucks weiter expandieren will.
Brian Niccol hat bereits bei Chipotle bewiesen, dass er ein Unternehmen erfolgreich führen kann: Unter seiner Leitung verdoppelte sich der Umsatz und der Aktienkurs stieg um mehr als 800%. Die Hoffnung der Anleger ist daher groß, dass er ähnliche Erfolge auch bei Starbucks erzielen kann.
Trotz der jüngsten Probleme bleibt Starbucks ein profitables Unternehmen mit soliden fundamentalen Kennzahlen. Der Kaffeeriese hat eine treue Kundenbasis, die sich in einem wachsenden Mitgliederprogramm widerspiegelt. Im dritten Geschäftsquartal stieg die Zahl der aktiven Mitglieder im US-Treueprogramm auf 33,8 Millionen, ein Anstieg von 7% im Jahresvergleich.
Finanziell steht Starbucks gut da: Das Unternehmen generiert beachtlichen freien Cashflow und hat seine Dividende 14 Jahre in Folge erhöht. Zudem wurde die Zahl der ausstehenden Aktien in den letzten zehn Jahren um über 24% reduziert.
Selbst jetzt, nach dem steilen Anstieg der Aktie, ist der Preis noch attraktiv. Die Bewertung reflektiert die Unsicherheiten, die mit dem neuen Management einhergehen, und bietet Investoren eine Sicherheitsmarge.
Analysten prognostizieren für Starbucks ein robustes Wachstum in den kommenden Jahren. Zwar wird für dieses Jahr wenig bis kein Umsatzwachstum erwartet, jedoch rechnet man ab dem nächsten Jahr mit einem Anstieg im hohen einstelligen Prozentbereich. Die Aussicht auf Aktienrückkäufe und Preisgestaltungsmacht lässt eine jährliche Gewinnsteigerung von etwa 11% in den nächsten drei bis fünf Jahren erwarten.
Langfristige Anleger könnten also weiterhin gute Chancen auf ansehnliche Renditen haben, sollten sich jedoch bewusst sein, dass das aktuelle Kursniveau nicht mehr das Schnäppchen von vor einem Monat darstellt.
Am Ende steht eine Entscheidung: Ist jetzt der richtige Zeitpunkt, um in die Starbucks-Aktie zu investieren? Ein Blick auf die robusten Fundamentaldaten und das Potenzial des neuen CEOs könnte darauf hinweisen.