Die Preisunterschiede zwischen Elektroautos und Verbrennern in Deutschland nehmen ab. Das zeigt eine aktuelle Untersuchung des privaten Car-Instituts auf Basis der Transaktionspreise, also jener Beträge, die Kunden nach Abzug aller Rabatte tatsächlich zahlen. Seit April sind die Preise für die 15 beliebtesten Elektroautos um vier Prozent gesunken, während die für Verbrenner um fünf Prozent gestiegen sind.
Trotz dieser Angleichung bleiben die Unterschiede beachtlich, wie Studienleiter Ferdinand Dudenhöffer betont. So kostet ein VW Golf mit einem 1,5-Liter-Verbrennungsmotor bei einem Transaktionspreis von 23.443 Euro immer noch 9.220 Euro weniger als der vergleichbare Elektro-Gefährte ID3. Beim Opel Corsa beläuft sich der Unterschied sogar auf über 13.600 Euro zugunsten des Verbrenners.
Im Bereich der Elektroautos sieht Dudenhöffer trotz günstigerer Angebote keinen Siegeszug chinesischer Hersteller. Preisinformationen auf deren Webseiten seien oft unvollständig und der Preisvorteil, den viele vermuten, existiere nicht. Er verweist auf ein Modell des Herstellers MG, dessen Batterieversion fast 13.000 Euro teurer sei als der Verbrenner. Besonders auffällig: Tesla bietet erstmals einen direkten Rabatt von 6.000 Euro auf das Modell Y an, was auf größere Lagerbestände hindeutet.
Eine Umfrage des Magazins Focus zeigt zudem, dass Elektromodelle bei den deutschen Verbrauchern keine Spitzenposition einnehmen. Lediglich 15,3 Prozent der Befragten wollen bei ihrem nächsten Autokauf auf ein Elektromodell setzen. 18,4 Prozent präferieren einen Hybrid, während 34,9 Prozent einen Verbrenner wählen und 21,6 Prozent derzeit gar keinen Autokauf planen.