Der Geschäftsführer von Harland & Wolff, John Wood, hat seinen Rücktritt bekannt gegeben, während die traditionsreiche Werft aus Belfast versucht, einen Notkredit zu sichern. Laut mehreren mit der Situation vertrauten Personen soll Wood's Abgang eine Bedingung für ein neu geplantes Darlehen in Höhe von 20 Millionen Pfund sein, das derzeit mit dem bestehenden Wall-Street-Kreditgeber Riverstone Credit Partners verhandelt wird. Harland & Wolff verfügt derzeit über eine Kreditlinie von 115 Millionen Dollar bei der US-Gruppe.
Wood verkündete seinen Rücktritt per Textnachricht über Nacht an die Direktoren des Unternehmens. Weder Harland & Wolff noch Wood standen am Freitagmorgen für eine Stellungnahme zur Verfügung. Seit der Rettung des Unternehmens aus der Insolvenz 2019 hatte Wood erhebliche Fortschritte hinsichtlich der Neuausrichtung des Unternehmens betont. Trotz eines Teilerfolgs mit einem 1,6 Milliarden Pfund schweren Auftrag zum Bau neuer Royal Navy Schiffe, hat das Unternehmen keine geprüften Jahresabschlüsse veröffentlicht, was zur Aussetzung der an der AIM notierten Aktien führte.
Die finanzielle Notlage von Harland & Wolff hat sich diese Woche verschärft, nachdem die Financial Times berichtete, dass die neue Labour-Regierung des Vereinigten Königreichs eine Anfrage von H&W über eine 200 Millionen Pfund schwere Kreditgarantie ablehnen wird. Diese Garantie sollte dem Unternehmen helfen, frische Mittel zu günstigeren Konditionen von einer Gruppe kommerzieller Banken zu sichern.
Wood's Rücktritt könnte den Weg für eine Einigung über das neue Finanzierungsabkommen mit Riverstone ebnen, so eine mit den Gesprächen vertraute Person. Andernfalls droht eine Zerschlagung und ein anschließender Verkauf des Unternehmens. Die Geschäftsführung steht in engem Kontakt mit der britischen Regierung, um eine Lösung zu finden.