Moody's hat seine Wachstumsprognosen für Indien angehoben und erwartet nun ein Wirtschaftswachstum von 7,2 % im Jahr 2024, nachdem zuvor 6,8 % prognostiziert wurden. Für das Jahr 2025 wird ein Wachstum von 6,6 % statt der zuvor geschätzten 6,4 % erwartet. Grund für die Anpassung sind Anzeichen einer steigenden Nachfrage im ländlichen Raum.
Die Ratingagentur betonte das durchweg starke Abschneiden der Industrie- und Dienstleistungssektoren, wobei der Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor seit Jahresbeginn konstant über 60 liegt. Zudem geht Moody's davon aus, dass der private Konsum angesichts einer rückläufigen Inflation zur Zielmarke der Reserve Bank of India weiter zunehmen wird.
Positive Auswirkungen werden auch durch die verbesserten landwirtschaftlichen Aussichten erwartet, unterstützt durch überdurchschnittliche Niederschläge während der Monsunzeit. Moody’s rechnet zudem mit einer stärkeren Dynamik im Investitionszyklus, angetrieben durch steigende Kapazitätsauslastung, positive Geschäftsstimmung und fortgesetzte Investitionen in die Infrastruktur seitens der Regierung.
Langfristig hängen Indiens Wachstumsaussichten davon ab, wie effektiv das Land sein beträchtliches Arbeitskräftepotenzial nutzen kann. Obwohl Beschäftigung und Qualifikationsentwicklung Prioritäten der Regierung sind, bleibt abzuwarten, inwieweit diese Maßnahmen erfolgreich sind.
Unterdessen hat Fitch sein langfristiges Kreditrating für Indien bei 'BBB-' mit stabilem Ausblick bestätigt. Die Agentur führte das starke mittelfristige Wachstum als treibende Kraft hinter der Verbesserung der strukturellen Aspekte des Kreditprofils an, einschließlich eines steigenden Anteils am globalen BIP und einer soliden externen Finanzlage.
Verbesserte fiskalische Glaubwürdigkeit, höhere Transparenz und gesteigerte Einnahmen erhöhen laut Fitch die Wahrscheinlichkeit, dass die Staatsschulden mittelfristig einen moderaten Abwärtstrend einschlagen könnten. Dennoch bleiben die Defizite, die Verschuldung und die Schuldendienstlast im Vergleich zu anderen Ländern der 'BBB'-Kategorie hoch. Auch schwächere strukturelle Indikatoren, wie Regierungsführung und BIP pro Kopf, belasten das Rating weiterhin.