Die großangelegten Sanierungsarbeiten auf der Riedbahnstrecke zwischen Frankfurt und Mannheim haben vor wenigen Tagen begonnen, was zu bedeutenden Einschränkungen für Fahrgäste führte. Dennoch berichtet die Deutsche Bahn über einen erfolgreichen Start der Ersatzverkehrsmaßnahmen. Konzernangaben zufolge funktionieren die Umleitungs- und Ersatzkonzepte reibungslos. Täglich nutzen bis zu 16.000 Reisende den Ersatzverkehr, der durch die Bereitstellung von rund 150 Ersatzbussen gut gestützt wird.
Der Nah- und Fernverkehr über alternative Strecken zeigt sich stabil. Die Bauarbeiten, zu denen unter anderem das Setzen von Lärmschutzwänden, der Abbau von Oberleitungen und die Erneuerung erster Gleise zählen, verlaufen planmäßig. Die Modernisierung soll bis zum 15. September, dem Zeitpunkt des Fahrplanwechsels, abgeschlossen sein - bis dahin bleibt der Abschnitt allerdings gesperrt.
Mit der umfangreichen Sanierung der Riedbahn und weiteren 40 Korridoren in den kommenden Jahren verfolgt die Bahn das Ziel, die veraltete Infrastruktur sukzessiv zu erneuern. Dennoch befindet sich der Konzern weiterhin in einer schwierigen Lage. Die aktuellen Geschäftszahlen, die heute von Bahnchef Richard Lutz vorgestellt werden, gewähren keinen Anlass zu übermäßigem Optimismus.
Nur knapp 63 Prozent der Fernzüge verkehrten im ersten Halbjahr ohne größere Verzögerungen, und das angestrebte Jahresziel für 2024 wurde bereits aufgegeben. Finanziell bleibt die Situation angespannt: Der Schuldenberg wuchs bis Ende des vergangenen Jahres auf rund 34 Milliarden Euro an. Eine ungesicherte Finanzierung seitens des Bundes führte dazu, dass die Bahn 2023 bei Infrastrukturprojekten in Vorleistung ging, was operativ zu einem Verlust vor Zinsen und Steuern (Ebit) von fast einer Milliarde Euro führte.