06. Juli, 2026

Wirtschaft

Modebranche blickt sorgenvoll auf politische Unruhen in Bangladesch

Modebranche blickt sorgenvoll auf politische Unruhen in Bangladesch

Die Modebranche in Deutschland steht vor potenziellen Herausforderungen. Politische Turbulenzen in Bangladesch könnten merkliche Auswirkungen auf die Preise und Verfügbarkeit von Modeartikeln haben. „Als bedeutender Produktionsstandort für die weltweite Modeindustrie können kurzfristige Fabrikschließungen und Produktionsunterbrechungen zu Engpässen führen“, erläuterte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes HDE, Stefan Genth, gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Dies könnte für die Verbraucher in Form von höheren Preisen und einer verringerten Auswahl an Modeartikeln spürbar werden. Axel Augustin, Geschäftsführer des Handelsverbandes Textil Schuhe Lederwaren (BTE), zeigte sich gleichzeitig besorgt und betont, dass längere Produktionseinschränkungen nicht ohne Folgen bleiben könnten. „Probleme bei einzelnen Marken und Händlern sind dann nicht auszuschließen“, so Augustin. Allerdings relativierte er eventuelle Konsumentenängste: „Ich bezweifle, dass die Kunden das überhaupt bemerken, da gerade zu Saisonbeginn die Lager voll sind.“ Im Zweifelsfall könne auch noch Sommerware aus den Beständen angeboten werden, sofern die Temperaturen dies erlauben. Der Gesamtverband der deutschen Textil- und Modeindustrie meldete bislang keine nennenswerten Störungen in den Lieferketten aufgrund der Lage in Bangladesch. „Bisher haben wir keinerlei Rückmeldungen über Störungen der Lieferketten“, erklärte eine Sprecherin des Verbands, der vor allem mittelständische Textil- und Modeproduzenten vertritt. Bangladesch ist nach China das zweitwichtigste Land für Bekleidungsimporte nach Europa und Deutschland. Zahlreiche Größen der Modebranche, darunter Zara, Hennes & Mauritz (H&M) und Kik, lassen dort ihre Kollektionen produzieren. Laut Statistischem Bundesamt beliefen sich die Importe aus Bangladesch im Jahr 2023 auf insgesamt 7,1 Milliarden Euro. Ein erheblicher Teil dieser Artikel wird allerdings vorwiegend exportiert. Die jüngsten politischen Unruhen in Bangladesch haben zu einer angespannten Lage geführt. Nach massiven Protesten ordnete die Regierung der geflohenen Ex-Regierungschefin Sheikh Hasina Ausgangssperren an und ließ Sicherheitskräfte aufmarschieren, wobei über 400 Menschen ihr Leben verloren haben sollen.