Im Herzen Europas erhob eine Vielzahl EU-ropäischer Milchproduzenten ihre Stimmen für angemessene Erträge. Unter dem Leitwort "Ein gerechtes Entgelt für unsere Landwirte – jetzt!" traten die Protestierenden aus über 15 Nationen der Europäischen Union vor die Tore der Institutionen der EU, um ihren Unmut und ihre Anliegen kundzutun. Die Initiative für die gewaltfreie Versammlung ging vom European Milk Board aus, das als Sprachrohr der Bauernschaft fungiert.
Die friedlichen Protestteilnehmer hatten sich farbenfroh mit großen Kuhmodellen zu erkennen gegeben, die ihre Länderzugehörigkeit untermauern sollten. Ihr friedliches Vorgehen mündete in eine Kraftdemonstration der Solidarität, die sich bewusst von den hitzigeren Demonstrationstagen vergangener Zeiten abhebt. Auch wenn genaue Teilnehmerzahlen noch ausstehen, wurde die Bevölkerung im Vorfeld über mögliche Verkehrsbehinderungen informiert und um Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel gebeten.
Inmitten der friedlichen Demonstration erläuterte Elmar Hannen, der deutsche Vizepräsident des EMB, die kritische Lage der Milchbauern. Eine Flucht aus dem Sektor, vorangetrieben durch mangelnde Zukunftsaussichten, die vor allem junge Generationen davon abhalten, landwirtschaftliche Berufspfade einzuschlagen, wurde als zentraler Kritikpunkt genannt. Die Erwerbstätigen im Milchsektor erleben, so Hannen, einen von Marktkräften diktierten Preisdruck, der sie unter wirtschaftliche Zwänge stellt. Die Forderung nach einer EU-Regelung zur Schaffung von Mindestpreisen für Milchprodukte steht deshalb im Raum, um die Wirtschaftlichkeit der Betriebe langfristig zu sichern.