09. Juli, 2026

Wirtschaft

Leipzig/Halle Flughafen und DHL verlängern Frachtzentrum-Vertrag bis 2053

Leipzig/Halle Flughafen und DHL verlängern Frachtzentrum-Vertrag bis 2053

Die Mitteldeutsche Flughafen AG (MFAG) und die Deutsche Post-Tochter DHL haben ihren Vertrag für das Frachtzentrum am Flughafen Leipzig/Halle vorzeitig bis ins Jahr 2053 verlängert. "Heute haben wir eine langfristige Perspektive für weitere Investitionen am Logistikstandort Leipzig geschaffen", verkündete Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) bei der offiziellen Vertragsunterzeichnung am Drehkreuz Leipzig.

Diese Partnerschaft sichert nicht nur die führende Rolle Sachsens im internationalen Handel, sondern steht auch exemplarisch für die sächsische Erfolgsgeschichte. Innerhalb von nur 16 Jahren hat sich der Flughafen Leipzig/Halle zu einem der weltweit wichtigsten Zentren der Luftfracht entwickelt, auf das man im Freistaat stolz sei, betonte Kretschmer.

Tobias Meyer, Vorstandsvorsitzender von DHL, begrüßte die Verlängerung des Rahmenvertrages als eine Maßnahme, die Planungssicherheit bietet und weitere Investitionen in den Standort sowie langfristige Arbeitsplatzsicherheit ermöglicht. Trotz der erhöhten Entgelte im neuen Vertrag, sei das Ergebnis wirtschaftlich tragfähig, fügte Meyer hinzu. Bereits seit einiger Zeit liefen Gespräche zwischen der MFAG und DHL über eine vorzeitige Verlängerung des ursprünglich bis 2038 gültigen Vertrags, da der erste Vertrag vor rund 20 Jahren besonders attraktive Konditionen für DHL beinhaltete. Der neue Vertrag soll nun vorteilhaftere Bedingungen für den Flughafenbetreiber MFAG bieten.

Laut Meyer wird DHL künftig etwa 20 Prozent mehr zahlen als im alten Vertrag vereinbart war. Bisher erhielt die MFAG rund 61 Millionen Euro pro Jahr von dem Logistikunternehmen. Der neue Vertrag beinhaltet eine Anpassung der Nachtflugkomponente, wobei genaue Details von den Beteiligten nicht veröffentlicht wurden.

Die sächsische Linksfraktion kritisierte die fehlende Transparenz der Staatsregierung und forderte eine Sondersitzung des Finanz- und Wirtschaftsausschusses am 7. August. Man verlangt von der Staatsregierung, die Vereinbarungen zu den Start- und Landegebühren, Lärmzuschlägen, umweltbezogenen Entgelten und weiteren Gebühren offen zu legen. Marco Böhme, mobilitätspolitischer Sprecher der Linksfraktion, warnte, dass die staatliche Flughafen-AG weiterhin hohe Verluste schreiben werde und die Steuerzahler voraussichtlich auch zukünftig belastet würden, um DHL in Leipzig profitable Bedingungen zu gewährleisten.