26. Juli, 2026

Wirtschaft

Landwirtschaft erwartet massiven Gewinneinbruch

Landwirtschaft erwartet massiven Gewinneinbruch

Die deutschen Landwirte stehen vor erheblichen wirtschaftlichen Herausforderungen: Nachdem sie zuletzt von hohen Gewinnen profitieren konnten, deutet sich nun ein empfindlicher Einbruch an. Bauernpräsident Joachim Rukwied warnte vor einem Rückgang der Betriebsergebnisse um 30 bis 50 Prozent für das Wirtschaftsjahr 2023/24. Im Vergleich zum Vorjahr, einem Zeitraum, in dem die Preise für landwirtschaftliche Produkte angesichts des Ukraine-Kriegs anzogen, eine deutliche Verschlechterung. Bundesagrarminister Cem Özdemir betont die Wichtigkeit stabilerer Bedingungen für die Branche, um sinkenden Preisen entgegenzuwirken.

In der Rückschau auf das vorherige Wirtschaftsjahr 2022/23 zeigen amtliche Zahlen, präsentiert von Özdemir in Berlin, einen Anstieg des durchschnittlichen Gewinns um 39 Prozent auf 113.900 Euro – ein Rekord. Die Ursache lag vor allem in den Preissteigerungen fast aller landwirtschaftlichen Erzeugnisse, beschleunigt durch den Krieg. Diese Entwicklung erlaubte es den Betrieben, die sprungartigen Kosten für Energie, Futter und Dünger zu kompensieren. Der Bauernverband selbst hatte einen noch etwas höheren Durchschnittsgewinn von 115.400 Euro ermittelt, jedoch müssen davon auch Investitionen bestritten werden.

Rukwied merkte an, dass die Erzeugerpreise für wesentliche pflanzliche und tierische Produkte nun stark gesunken sind. Der Minister zeichnet das Bild einer 'Achterbahnfahrt' für die Betriebe. Die positiven Betriebsergebnisse, die zuletzt erzielt worden sind, dürften nicht zu einer trügerischen Sicherheit führen. Die Politik muss nun zuverlässige und planbare Rahmenbedingungen für die Landwirtschaft schaffen.

Aufgrund von anfänglichen Protesten der Bauern gegen das Aus von Vergünstigungen des Agrardiesels, hat die Regierungskoalition Erleichterungen bei bürokratischen und steuerlichen Auflagen in Aussicht gestellt. Özdemir vertritt weiterhin die Sicht, dass nur durch eine nachhaltige Finanzierung die Tierhaltung auf höhere Standards gehoben werden kann, ohne dass die Landwirte die Last allein tragen. Der Minister sprach sich ebenso für Überlegungen aus, die Mehrwertsteuer zu erhöhen oder einen Tierwohlcent einzuführen, um die Lasten gerecht zu verteilen.

Die Bundesregierung hat bereits eine Milliarde Euro zur Verbesserung der Bedingungen in den Ställen bereitgestellt, allerdings ist diese Unterstützung vornehmlich für die Schweinehaltung geplant. Özdemir appelliert für höhere Qualitätsstandards in der deutschen Landwirtschaft, um im internationalen Wettbewerb zu bestehen.