11. Juli, 2026

Märkte

Konjunkturdelle bremst Deutschlands Maschinenbau

Konjunkturdelle bremst Deutschlands Maschinenbau

Die ansonsten so robuste Maschinenbauindustrie Deutschlands hat an Fahrt verloren, gebeutelt von der Konjunkturschwäche bedeutender Absatzmärkte. Neuesten Berichten des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) zufolge, ging der Wert der Maschinenexporte im ersten Quartal des Jahres – trotz nominaler Preiserhöhungen – um 4,6 Prozent zurück. Gemessen am Vorjahreszeitraum eine signifikante Abnahme, die in realen Preisen sogar ein Minus von 7 Prozent darstellt.

Die Exporteinbußen schlugen sich in einer Gesamtausfuhr im Wert von 50 Milliarden Euro nieder, wobei die Geschäfte mit EU-Staaten besonders starke Einbußen verzeichneten. Im ersten Quartal sanken die Ausfuhren in die Länder der Europäischen Union nominal um erstaunliche 7,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dieser Markt ist mit 44 Prozent Exportanteil das Schwergewicht unter den Absatzzielen der deutschen Maschinenbauindustrie.

Trotz einer moderaten wirtschaftlichen Erholung innerhalb der EU, profitiere die Kapitalgüterindustrie und speziell der Maschinen- und Anlagenbau traditionell erst mit Verzögerung von diesen positiven Entwicklungen, wie VDMA-Konjunkturexperte Benedict Jeske erläuterte.

Blickt man über den Atlantik, zeigt sich in den Exportzahlen eine Abschwächung der Nachfrage aus den USA, dem bedeutsamsten Einzelmarkt. Die nominale Steigerung der Maschinenexporte lag hier bei lediglich 2,1 Prozent – ein erheblicher Rückgang verglichen mit der Wachstumsrate von 12,6 Prozent im Gesamtjahr 2013. Eine verlangsamte US-Konjunktur sei hier der Hauptfaktor, so Jeske.

Auch der chinesische Markt konnte die Erwartungen nicht erfüllen. Hier verblieben die Exporte von Maschinenbauern um nominal 2,1 Prozent hinter dem Vorjahresergebnis. Ein nachlassender Immobiliensektor und eine schwächelnde Binnennachfrage trügen zu diesem Rückgang bei, basierend auf einer aktuellen Umfrage des VDMA unter seinen Mitgliedsunternehmen in China.

Freilich, im Kontext eines starken ersten Halbjahres und ansteigender Preise im Jahr 2023, konnten die Unternehmen bisher einen Rekordwert beim Export erreichen. Trotz eines Rückgangs zum Jahresende hin, stieg das Exportvolumen gegenüber dem Vorjahr um 5,9 Prozent auf fast 207 Milliarden Euro.