Der Preisvergleichsdienst Kayak hat nach zwanzig Jahren einen bedeutenden Schritt gemacht: Er integriert nun auch Tarife von Southwest Airlines für Freizeitreisende in sein Angebot. Damit schließt Kayak eine Lücke, die es bisher in seinem Produktportfolio gab.
Bis vor kurzem konnten Urlauber Southwest-Tarife nur auf Southwest.com buchen. Google Flights nahm sich dieser Herausforderung kürzlich an und begann vor zwei Monaten damit, die Tarife der Airline anzuzeigen. Im Gegensatz zu Online-Reisebüros wie Booking.com, Expedia, Priceline und CheapOair, die diese Flüge nicht in ihrem Portfolio haben, wagt Kayak nun den Vorstoß.
Während Geschäftskunden über Tools wie Kayak for Business bereits seit Jahren Zugang zu Southwest-Tarifen haben, bestand die Airline bis kürzlich darauf, dass Freizeitreisende ihre Buchungen direkt bei Southwest vornehmen müssen.
Kayak hegte lange den Wunsch, die Tarife der zweitgrößten US-Inlandsfluggesellschaft in sein Angebot aufzunehmen. Southwest, das auch Flugziele in Lateinamerika und der Karibik anfliegt, ging in der Vergangenheit sogar rechtlich gegen Websites wie Skiplagged und Kiwi vor, um die unautorisierte Nutzung ihrer Flugpreisinformationen zu verhindern.
Am Montag verkündete Kayak, dass die Tarife von Southwest nun offiziell angezeigt werden. Eine Soft-Launch-Phase startete bereits am vergangenen Freitag. Nutzer können nun beispielsweise für einen Flug von Dallas nach Denver die „Wanna Get Away“ und „Wanna Get Away Plus“ Tarife einsehen. Wie üblich navigiert der Käufer bei einer Buchung direkt auf Southwest.com.
Zusätzlich zeigt die Listung von Southwest-Flügen bei Kayak an, dass Reisende ein Handgepäckstück und zwei aufgegebene Gepäckstücke kostenfrei mitführen können und es keine Änderungsgebühren gibt.
Steve Hafner, Mitbegründer und CEO von Kayak, äußerte sich erfreut über die Zusammenarbeit und betont, dass Southwest Kayak nie verklagt oder dazu aufgefordert hätte, deren Fare-Informationen nicht zu verwenden. „Unsere Beziehung zu ihnen war immer großartig,“ so Hafner. „Es hat einfach 20 Jahre gedauert, sie zu überzeugen, ihre Reichweite über Metasuchmaschinen zu erhöhen.“
Die geänderte Vertriebsstrategie von Southwest spiegelt vielfältige Anpassungen in ihrem Geschäftsmodell wider, die als Reaktion auf Forderungen eines aktivistischen Investors vorgenommen wurden. Derzeit sind keine Online-Reisebüros berechtigt, Southwest-Tarife anzuzeigen. Buchungen über Metasuchseiten wie Google oder Kayak werden stets auf Southwest.com abgeschlossen.
Hafner sagt abschließend: „Ich habe keine Ahnung, welche weiteren Verteilungspläne sie haben. Meta ist ein viel kostengünstigerer Kanal als OTAs, und wir leiten unsere Empfehlungen direkt an Southwest weiter, damit diese ihre Buchung abschließen.“ Er vermutet, dass Southwest diese Faktoren bei ihren zukünftigen Entscheidungen berücksichtigen wird.