09. Juli, 2026

Wirtschaft

Just Eat Takeaway überrascht mit Gewinnsprung

Just Eat Takeaway überrascht mit Gewinnsprung

Eine erfreuliche Nachricht für die Mutter des Essenslieferdienstes Lieferando, Just Eat Takeaway: Dank gestiegener Einnahmen durch Gebühren und konsequente Kosteneinsparungen konnte das Unternehmen im ersten Halbjahr einen beeindruckenden Gewinnsprung erzielen. Bereinigt um Sondereffekte sowie vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen stieg das Ergebnis um bemerkenswerte 42 Prozent auf 203 Millionen Euro.

Dieser unerwartete Erfolg sorgte für eine positive Anlegerstimmung, was sich auch im Aktienkurs widerspiegelte. Die Aktien von Just Eat Takeaway legten signifikant zu und notierten zuletzt noch immer etwa 9,4 Prozent höher. Trotz dieser positiven Entwicklung bleibt ein fader Beigeschmack: Seit Jahresanfang hat der Aktienwert rund 13 Prozent verloren, und im Jahresvergleich liegt der Wertverlust sogar bei 27 Prozent.

Deutsche-Bank-Analystin Silvia Cuneo bewertet die Situation dennoch optimistisch. Sie attestiert dem Unternehmen stetige Wachstumstrends und eine zunehmende Profitabilität. Bemerkenswert ist, dass Lieferando nun bei Bestellungen zusätzlich zu den Liefergebühren auch nicht näher definierte „Servicegebühren“ erhebt, was zu höheren Einnahmen beiträgt. Gleichzeitig wurden die Ausgaben für Bestellprozesse reduziert.

Trotz dieser Verbesserungen sind einige Probleme nicht zu übersehen. Der Bruttowarenwert sank im ersten Halbjahr um ein Prozent auf 13,2 Milliarden Euro, während der Umsatz mit knapp 2,6 Milliarden Euro stagnierte. Besonders in den Regionen Südeuropa, Australien, Neuseeland und Nordamerika kämpft das Unternehmen mit Wachstumsschwierigkeiten. Dies veranlasste CEO Jitse Groen, die Geschäftsaktivitäten in Frankreich und Neuseeland aufzugeben und weiterhin nach einem Käufer für Grubhub in Nordamerika zu suchen.

Trotz dieser Herausforderungen stieg der Fehlbetrag des Unternehmens um fast 17 Prozent auf 301 Millionen Euro. Um dem entgegenzuwirken, plant Just Eat Takeaway, eigene Aktien im Wert von bis zu 150 Millionen Euro zurückzukaufen, und bestätigte gleichzeitig die Jahresprognose.