07. Juli, 2026

Wirtschaft

Intel unter Druck – Analysten schlagen Alarm

Intel unter Druck – Analysten schlagen Alarm

Intel hat nach einem weiteren äußerst enttäuschenden Quartalsbericht erneut erhebliche Verluste verzeichnet. Die Aktien des Chip-Riesen haben seit der düsteren Wachstumsprognose, den angekündigten Kürzungen von 15.000 Stellen und der Aussetzung der Dividende von 1992 fast ein Drittel ihres Wertes eingebüßt. Dieser Bericht war nur ein weiterer in einer Reihe von unerfreulichen Aktualisierungen, die die vielfältigen Herausforderungen verdeutlichen, mit denen Intel bei der Umsetzung seiner ambitionierten Wende und im Wettbewerb in der Ära der künstlichen Intelligenz konfrontiert ist.

Mehrere Analysten haben in der Folge die Aktie herabgestuft und machen Intel damit zum unbeliebtesten Halbleiterunternehmen unter ihnen. Peter Kenny, CEO von Kenny & Co., äußerte sich besorgt: "Der Bericht zeigt nicht das Ende der Probleme, sondern gibt vielmehr weitere Gründe zur Sorge." Das Vertrauen der Investoren schwindet zusehends.

Die Aktie verzeichnete am Freitag einen Wertverlust von über einem Viertel und ist seit Jahresbeginn um mehr als 60% gefallen. Damit ist Intel das zweitschlechteste Unternehmen im Philadelphia Semiconductor Index, nur noch hinter Wolfspeed. Der Index selbst konnte in diesem Jahr dank der Erfolge stärker AI-orientierter Unternehmen wie Nvidia und Taiwan Semiconductor zulegen.

Intels Investoren verlieren zunehmend die Geduld mit dem Turnaround-Plan, der erhebliche Investitionen in neue Chip- und Produktionstechnologien erfordert – während die Einnahmen schrumpfen. Da die aktuellen Produkte von Intel für Investoren in AI-Infrastrukturen wenig attraktiv sind, geht Marktanteil verloren. Zudem drückt das Outsourcing seiner besten Produkte die Gewinne weiter.

Auch der jüngste Bericht, der dritte in Folge mit einem massiven Kursrutsch, hat zu einer Flut von Herabstufungen geführt. Mindestens sechs Analystenfirmen haben die Aktie herabgestuft, was sie zur schlechtesten Empfehlung im Sektor macht. Stacy Rasgon von Bernstein und Jim Kelleher von Argus Research sparten nicht mit Kritik und zogen ihre Kaufempfehlungen zurück.

Die Schätzungen für Intels Nettogewinn 2025 wurden um mehr als 40% gekappt, und die Umsatzerwartungen sind um 9,6% gesunken. Damit haben die Schätzungen den Aktienkursabfall übertroffen, was die Aktien trotz des Kursrückgangs teurer macht. Intel wird derzeit etwa zum 26-fachen des geschätzten Gewinns gehandelt, deutlich über dem 10-Jahres-Durchschnitt und sogar mit einem Aufschlag gegenüber dem Halbleiterindex.

Insbesondere die Aussetzung der Dividende, nachdem sie bereits im Februar 2023 gekürzt worden war, hat einen Großteil der einkommensorientierten Investoren vergrault. Da auch das Umsatzwachstum in diesem Jahr negativ erwartet wird, fehlen Anreize für Value- oder Wachstum-Anleger.

Brian Colello von Morningstar kommentierte: "Intel als eine Value-Aktie zu sehen würde voraussetzen, dass sich die Zukunft verbessert, doch es gibt viele Szenarien, in denen das Aufwärtspotenzial nicht realisiert wird und das Abwärtspotenzial weiter wächst." Selbst ein Einbruch von rund 30% sei keine Überreaktion.