08. Juli, 2026

Wirtschaft

Intel setzt auf rigorose Sparmaßnahmen: Stellenabbau und Strategiewechsel

Intel setzt auf rigorose Sparmaßnahmen: Stellenabbau und Strategiewechsel

Der traditionsreiche Halbleiterhersteller Intel befindet sich in einer tiefgreifenden Restrukturierungsphase. Um die Betriebskosten schnell zu senken, plant das Unternehmen den Abbau von rund 15.000 Arbeitsplätzen, was etwa 15 Prozent der gesamten Belegschaft ausmacht. CEO Pat Gelsinger hat den Mitarbeitern mitgeteilt, dass Intel bis zum kommenden Jahr insgesamt mehr als zehn Milliarden Dollar einsparen möchte. Die jüngste Pressemitteilung von Intel lässt sogar darauf schließen, dass der Stellenabbau noch umfangreicher ausfallen könnte.

Ein zentraler Bestandteil von Gelsingers Überlebensstrategie ist die Neuausrichtung von Intel als Auftragsfertiger für andere Chip-Entwickler. Dies soll dem Unternehmen helfen, sich gegen etablierte Marktführer wie TSMC aus Taiwan zu behaupten. Parallel dazu möchte Intel eine Schlüsselrolle in der Rückführung der Chipproduktion aus Asien in westliche Länder übernehmen.

Ein zentraler Meilenstein dieser Pläne ist der Bau eines etwa 30 Milliarden Euro teuren Werks in Magdeburg, das die modernsten Produktionsverfahren nutzen soll. Der Baubeginn ist für Ende dieses Jahres geplant, während die Produktion frühestens 2027 starten soll. Genehmigungen für umfangreiche Subventionen stehen jedoch noch aus, um die exorbitanten Kosten zu mindern.

Gelsinger betonte, dass Intel trotz der neuen strategischen Schwerpunktlegung auf Aufträge mit Bedacht an den Ausbau von Kapazitäten herangehe. Zudem wurden Investitionspläne an die erwartete Marktentwicklung angepasst, ohne dabei in Details zu gehen. Neben den Plänen für Magdeburg will Intel auch in den USA neue Fabriken errichten und erhebliche staatliche Fördergelder in Anspruch nehmen.

In der Vergangenheit dominierte Intel die Chipbranche, verlor allerdings an Boden, besonders im Markt für Smartphones. Der Rückstand im PC-Markt ist ebenfalls besorgniserregend, nachdem Apple alle Mac-Modelle auf eigene Arm-Chips umgestellt hat, was zu erheblich längeren Batterielaufzeiten führte. Auch Microsoft setzte bei neuen Windows-PCs mit KI-Funktionen zunächst auf Chips mit Arm-Architektur.

Während Intel sich im Halbleitergeschäft neu positioniert, musste es mitansehen, wie Nvidia dank leistungsstarker Chips für das Training Künstlicher Intelligenz Spitzenpositionen erreichte. Intel versucht zwar, in diesem Bereich Fuß zu fassen, bleibt jedoch hinter Nvidia zurück.

Intels Sparprogramm umfasst auch die Aussetzung der Dividendenauszahlungen ab dem vierten Quartal und eine Reduzierung der Kapitalausgaben um 20 Prozent. Gelsinger beschrieb die aktuelle Kostenstruktur als "nicht wettbewerbsfähig" und bemängelte die hohen Kosten und niedrigen Margen des Unternehmens. Trotz eines Umsatzes, der im vergangenen Jahr um 24 Milliarden Dollar niedriger ausfiel als 2020, ist die Mitarbeiterzahl um zehn Prozent gestiegen. Zudem dauern Entscheidungen zu lange, und es gibt zu viele Reibungsverluste im System.

Im vergangenen Quartal hat Intel einen Verlust von gut 1,6 Milliarden Dollar erlitten, nachdem im gleichen Zeitraum des Vorjahres noch ein Gewinn von 1,48 Milliarden Dollar verzeichnet worden war. Der Umsatz sank um ein Prozent auf 12,8 Milliarden Dollar und verfehlte damit die Erwartungen der Analysten. Gelsinger bezeichnete die Geschäftszahlen als "enttäuschend" und prognostiziert eine Verschärfung der Lage im zweiten Halbjahr. Die Anleger reagierten daraufhin verunsichert und ließen die Intel-Aktie im nachbörslichen Handel um rund 19 Prozent fallen.