Intel hat nach Bekanntgabe eines düsteren Wachstumsprognose und eines geplanten Stellenabbaus von 15.000 Mitarbeitern einen massiven Kurseinbruch erlitten. Diese Entwicklungen unterstreichen die Herausforderungen, denen sich der Chip-Hersteller in der Ära der Künstlichen Intelligenz (KI) gegenübersieht.
Für das laufende Quartal prognostiziert Intel Umsätze zwischen 12,5 Milliarden und 13,5 Milliarden Dollar, deutlich unter den Analystenerwartungen von 14,38 Milliarden Dollar. Zudem wird ein Verlust von 3 Cent pro Aktie erwartet, während ursprünglich ein Gewinn von 30 Cent prognostiziert wurde.
Das Unternehmen plant den Abbau von über 15 % seiner rund 110.000 Mitarbeiter und setzt die Dividendenzahlungen ab dem vierten Quartal aus, bis sich die Cashflows wieder auf nachhaltigere Niveaus verbessern. Seit 1992 hatte Intel regelmäßig Dividenden gezahlt.
CEO Pat Gelsinger bezeichnete die Maßnahmen als einige der wichtigsten Veränderungen in der Unternehmensgeschichte. Trotz umfangreicher Investitionspläne gelingt es ihm nicht, Intels Produkte und Technologien schnell genug zu verbessern, um Kunden zu halten. CFO Dave Zinsner betonte die Notwendigkeit der Stellenstreichungen für ein nachhaltigeres Geschäftsmodell.
Im zweiten Quartal erzielte Intel einen Gewinn von 2 Cent pro Aktie bei Umsätzen von 12,8 Milliarden Dollar, ebenfalls unter den Markterwartungen. Wettbewerber im KI-Segment gewinnen Marktanteile, wobei Nvidia und Advanced Micro Devices sowie Taiwan Semiconductor Manufacturing als besonders stark gelten.
Gelsinger bleibt optimistisch und glaubt, dass Intel langfristig auf dem richtigen Weg ist. Er argumentiert, dass die eigenen Fertigungsanlagen bald denen der Konkurrenz überlegen sein werden, was zusätzliche Kunden anziehen könnte. Dennoch drücken die hohen Ausgaben auf die Gewinnmargen.
Für 2024 plant Intel eine Senkung der Investitionen in neue Anlagen und Ausrüstungen um mehr als 20 %, mit einem Budget von nunmehr 25 bis 27 Milliarden Dollar. Die Umsätze im Foundry-Geschäft steigen um 4 %, während PC-Chips um 9 % zulegen konnten. Der für die KI bedeutende Bereich der Rechenzentren verzeichnete jedoch einen Rückgang um 3 %.
Intensiviert wurde die Krise durch den Entzug der Lizenz zur Lieferung von Chips an Huaweis durch die US-Regierung, was die Verkaufsprognosen drastisch reduzierte. Mehr Transparenz im neuen Geschäftsmodell soll jedoch die Effizienz steigern.
Intels Schwerpunkt auf den Ausbau und die Modernisierung der Produktionsstätten belastet weiterhin die Gewinne, zeigt jedoch erste Fortschritte in selektiven Bereichen.