19. Mai, 2024

Grün

Individuelle Klimafreundlichkeit im Fokus: Bundesbauministerin Klara Geywitz plädiert für differenzierte Heizkonzepte

Individuelle Klimafreundlichkeit im Fokus: Bundesbauministerin Klara Geywitz plädiert für differenzierte Heizkonzepte

Die Bundesbauministerin Klara Geywitz macht sich für eine flexible und konkrete Herangehensweise an das klimafreundliche Heizen stark. Statt sich auf eine einzige Technologie zu versteifen, empfiehlt Geywitz, dass sowohl private Bauherren als auch Kommunen die für ihren Kontext passenden Energiequellen identifizieren sollten. Das bedeute beispielsweise, dass Wärmepumpen, trotz ihrer Effizienz und Umweltfreundlichkeit, nicht unweigerlich in jedem Fall die optimale Wahl darstellten.

Die Ministerin betonte dabei die Notwendigkeit von Material- und Technologieoffenheit, um das ambitionierte Ziel, das Heizen nachhaltig zu gestalten, erreichen zu können. Sie äußerte Bedenken hinsichtlich des EH40-Effizienzstandards, welcher vorsieht, dass Neubauten nur 40 Prozent der Energie klassischer Vergleichsgebäude benötigen sollten. Sie illustrierte ihre Sichtweise mit dem Beispiel eines Hauses aus natürlichen Materialien wie Holz und Stroh, das eventuell nur den Anforderungen des niedrigeren EH55-Standards gerecht werde, dafür aber insgesamt ressourcenschonender sei.

Weiterhin rückte Geywitz die sogenannte Lebenseffizienz von Bauwerken in den Mittelpunkt, welche das bereits bestehende Qualitätssiegel „Nachhaltiges Gebäude“ bewerte. In diesem Kontext signalisierte sie, dass sie im bevorstehenden Bundestagswahlkampf mit Vorschlägen rechne, das aktuelle Gebäudeenergiegesetz zu kippen. Sollte dies geschehen, würden wenige Alternativen bleiben, um die Energiewende im Baubereich zu bewältigen.

Die Bundesbauministerin unterstrich zudem die Verantwortung der Kommunen in Deutschland, eine akkurate Wärmeplanung zu betreiben – auch im kleinen Rahmen. Sie unterstrich, dass teure Expertisen nicht zwingend erforderlich seien, vielmehr müsse das Augenmerk auf vorhandene lokale Optionen wie Biomasse oder die Nutzung von industriellen Abwasserwärmepumpen gerichtet sein. Dies ermögliche es Bauherren, die Nutzungsmöglichkeiten unterschiedlicher Energiequellen in ihre Planung mit einzubeziehen, wie beispielsweise den Einbau eigener Wärmepumpen.