07. Juli, 2026

Wirtschaft

Immobilienpreise steigen wieder: Trendwende am Markt eingeläutet

Immobilienpreise steigen wieder: Trendwende am Markt eingeläutet

Die Preise für Immobilien in Deutschland haben im Zeitraum von April bis Juni einen deutlichen Aufschwung erfahren. Das Institut für Weltwirtschaft in Kiel (IfW) hat eine Wende auf dem deutschen Immobilienmarkt ausgemacht. Im Vergleich zum Vorquartal stiegen die Preise für Eigentumswohnungen, Einfamilien- und Mehrfamilienhäuser merklich an.

„Die Trendwende auf dem Immobilienmarkt ist eingeläutet“, erklärt IfW-Forscher Jonas Zdrzalek. Der Rückgang der Interessentenunsicherheit und der Ausblick auf sinkende Zinsen tragen zur Stabilisierung des Marktes bei. Hinzu kommt ein Einbruch im Neubaugeschäft, der das Angebot verknappt und die Preise ansteigen lässt.

Im Vergleich zum ersten Quartal des Jahres haben die Preise für Eigentumswohnungen um 2,4 Prozent zugelegt, Einfamilienhäuser kosteten zwei Prozent mehr, und Mehrfamilienhäuser verzeichneten einen Anstieg von 4,4 Prozent. Im Vorquartal hatten die Preise noch nachgegeben. Der Immobilienpreisindex Greix, der auf Daten aus Notarverträgen von 19 Städten und dem Rhein-Erft-Kreis basiert, diente als Grundlage für diese Angaben.

Unter den sieben bevölkerungsreichsten Städten Deutschlands stiegen die Preise für Eigentumswohnungen in Hamburg (4,3 Prozent), Frankfurt (3,7 Prozent) und Düsseldorf (2,2 Prozent) am stärksten. In Stuttgart waren die Preise um 0,6 Prozent höher, während sie in Köln um 0,4 Prozent sanken. Für Berlin und München liegen keine aktuellen Daten vor. Außerhalb der Top 7 Städte legten die Preise in Münster sogar um 5,6 Prozent zu.

Das IfW hält es für möglich, dass die Marktkorrektur nach rund zwei Jahren zu Ende geht. Greix verzeichnete in diesem Zeitraum einen Preisrückgang von etwa 14 Prozent. Insbesondere in Stuttgart war die Korrektur mit einem Preisverfall von mehr als 20 Prozent am stärksten, während der Rückgang in Berlin mit über zehn Prozent am geringsten war.

„Die Daten des Greix deuten darauf hin, dass der Immobiliensektor wieder an Dynamik gewinnt und der Markt sich nach volatilen Monaten für eine Richtung entschieden hat“, meint Zdrzalek. Ob der Anstieg nun im gleichen Tempo weitergeht, bleibt jedoch fraglich.

Des Weiteren hat der Greix aufgezeigt, dass zwischen April und Juni mehr Immobilien gekauft und verkauft wurden als im Vorjahresquartal, wobei die Transaktionen rund zehn Prozent über dem Vorjahreswert lagen. Allerdings bewegt sich das Transaktionsgeschehen immer noch auf einem niedrigen Niveau, bei rund 60 Prozent des Durchschnitts von 2019 bis 2021. Der Neubausektor verzeichnet sogar nur 35 Prozent dieses Durchschnittswerts.