Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) hat kategorisch ein finanzielles Engagement der Stadt beim Weiterbau des Elbtowers ausgeschlossen. Damit reagierte er auf entsprechende Forderungen des Milliardärs Klaus-Michael Kühne. Tschentscher argumentierte, dass die Signa-Gruppe und ihre Investoren in Österreich und Deutschland großen Schaden angerichtet hätten und daraus keine moralische Berechtigung ableitbar sei, um Unterstützung von betroffenen Städten oder unbeteiligten Dritten zu verlangen.
Kühne hatte zuletzt im Magazin „Der Spiegel“ gefordert, Hamburg solle sich deutlich dazu bereit erklären, zusammen mit der Privatwirtschaft das Elbtower-Projekt zu vollenden. Im Detail wünschte sich Kühne, dass die Stadt Hamburg die Hälfte der Mietflächen für städtische Behörden anmieten solle, um die Wirtschaftlichkeit des Projekts zu gewährleisten.
Der Bürgermeister bekräftigte, dass die Stadt Hamburg zu ihren Verträgen und Zusagen stehe. Hamburg habe das Baugrundstück für 122 Millionen Euro verkauft und den Bau des Elbtowers genehmigt. Das Projektrisiko liege jedoch eindeutig beim privaten Investor, und der Senat habe nicht die Absicht, die Regie oder Finanzierung der Fertigstellung zu übernehmen.
Nach den derzeitigen Plänen soll der Elbtower mit 64 Stockwerken und 245 Metern Höhe zum dritthöchsten Gebäude Deutschlands werden. Geplant sind Büroflächen, Geschäfte, Cafés, Restaurants, ein Fitnessstudio, eine öffentlich zugängliche Aussichtsplattform sowie ein Hotel. Die Baukosten werden auf rund 950 Millionen Euro geschätzt. Das Bauunternehmen hatte jedoch aufgrund unbezahlter Rechnungen der Signa Gruppe die Arbeiten eingestellt, und die Elbtower Immobilien GmbH meldete Insolvenz an.
Tschentscher betonte, dass der Insolvenzverwalter an einer privatwirtschaftlichen Lösung arbeite und er davon ausgehe, dass im zweiten Halbjahr eine Lösung für die Fertigstellung des Elbtowers gefunden werde. Der Bau könne in Abstimmung mit der Stadt und dem Architekten fortgesetzt werden, jedoch sei für eine grundlegend andere Bebauung ein komplett neues Genehmigungsverfahren erforderlich.
Kühne, der in der Schweiz lebt, bleibt in Hamburg ein einflussreicher Akteur. Der gebürtige Hanseat engagiert sich seit Jahren beim Fußball-Zweitligisten HSV, besitzt das Luxushotel Fontenay und hält Anteile an der Reederei Hapag-Lloyd.