19. Mai, 2024

Grün

Hamburger Hafen bietet jetzt auch Landstrom für Containerriesen

Hamburger Hafen bietet jetzt auch Landstrom für Containerriesen

Ein bedeutender Schritt für den Umweltschutz und die Nachhaltigkeit wurde im Hamburger Hafen gemacht. Die Hafenbehörde startete diese Woche mit einem Pilotprojekt, bei dem erstmalig ein Containerschiff der französischen Reederei CMA CGM während seiner Liegezeit komplett auf Landstrom umgestellt hat. Die 'Vasco de Gama', ein Gigant der Meere mit einer Länge von fast 400 Metern und einer Kapazität von nahezu 18.000 TEU, verankerte diese wegweisende Initiative.

Während Landstromanschlüsse für Kreuzfahrtschiffe längst gang und gäbe sind, markiert die Entwicklung für die Containerschifffahrt eine neue Ära in einem der größten Häfen Europas. Die Europäische Union sieht derzeit die Nutzung von Landstrom noch als freiwillig an, jedoch wird sich dies in weniger als einem Jahrzehnt ändern. Ab dem Jahr 2030 werden sämtliche Schiffe mit einer Größe über 5.000 Bruttoraumzahlen gezwungen sein, in EU-Häfen auf Landstrom umzuschalten.

Das Verbot jedweder Verbrennungsprozesse an Kai wird die Luftqualität maßgeblich verbessern und dient als Signal für einen verstärkten Umweltschutzeinsatz. Orte wie Los Angeles und einige asiatische Häfen sind bereits Vorreiter in dieser Hinsicht und setzen Landstromanbindungen obligatorisch ein.

Containerschiffe bedienen sich im Hafen sonst häufig sogenannter Hilfsdiesel, die nicht nur belastend für die Umgebungsluft, sondern auch eine Lärmquelle für die Anwohner darstellen. Der Energiebedarf dieser Schiffe ist beachtlich – vergleichbar mit der Antriebsleistung des ICE 3 der Deutschen Bahn.

Diese Initiative bedeutet nicht nur für Hamburg, sondern auch international einen Fortschritt in Richtung grüne Hafeninfrastruktur und fördert den umweltfreundlichen Betrieb der Schiffe. Mit der zunehmenden Umsetzung werden Reedereien, Hafenbetreiber und Anlieger gleichermaßen von einer saubereren und leiseren Hafenumgebung profitieren.