27. Juli, 2026

Wirtschaft

Hamburg vor bedeutsamer Hafenfusion – Grünes Licht für MSC-Beteiligung erwartet

Hamburg vor bedeutsamer Hafenfusion – Grünes Licht für MSC-Beteiligung erwartet

Der Hamburger Haushaltsausschuss befasst sich heute mit der kontroversen Beteiligung der weltgrößten Reederei Mediterranean Shipping Company (MSC) am Hafenlogistiker HHLA. Angesichts der bereits erfolgten Zustimmung durch den Ausschuss für öffentliche Unternehmen sowie den Wirtschaftsausschuss rechnen Branchenkenner fest mit einem positiven Votum dieses Gremiums. Sollten alle Hürden genommen werden, könnte die Bürgerschaft den Deal noch vor der Sommerpause besiegeln.

Der rot-grüne Senat strebt die Integration der MSC an, um den Containerumschlag des Hamburger Hafens langfristig zu sichern. Unter dem geplanten Abkommen wird die Stadt Hamburg gemeinsam mit der von der italienischen Reederfamilie Aponte geführten MSC die HHLA in einem Gemeinschaftsunternehmen führen. Dabei behält die Stadt eine knappe Mehrheit von 50,1 Prozent an der HHLA, während sie aktuell etwa 70 Prozent der Anteile hält.

Im Gegenzug plant MSC, ihre Deutschlandzentrale in Hamburg anzusiedeln und das Ladungsaufkommen ab 2025 signifikant zu steigern. Gemäß den Plänen soll das Ladevolumen bis 2031 auf eine Million Standardcontainer (TEU) jährlich anwachsen. Darüber hinaus ist eine Kapitalerhöhung der HHLA um 450 Millionen Euro vorgesehen. Diese Maßnahmen sollen dem Hamburger Hafen, der zuletzt einen Rückgang im Seegüterumschlag verzeichnete, neuen Auftrieb verleihen.

Der geplante Deal stößt jedoch auf entschlossenen Widerstand. Sowohl Betriebsräte, die Gewerkschaft Verdi als auch zahlreiche HHLA-Mitarbeiter protestieren vehement gegen das Geschäft. Um ihren Anliegen Nachdruck zu verleihen, planen die Kritiker eine Kundgebung vor dem Rathaus, bei der sie ein Protestschreiben an Mathias Petersen (SPD), den Vorsitzenden des Haushaltsausschusses, übergeben wollen. Auch in zwei vorangegangenen Expertenanhörungen wurden erhebliche Bedenken geäußert.