28. Juli, 2026

Wirtschaft

Haftbefehl gegen Finanzinvestor Lars Windhorst: Gericht will Mitwirkung erzwingen

Haftbefehl gegen Finanzinvestor Lars Windhorst: Gericht will Mitwirkung erzwingen

Das Insolvenzgericht Hannover hat einen Haftbefehl gegen den prominenten Investor Lars Windhorst erlassen. Wie eine Sprecherin des zuständigen Amtsgerichts mitteilte, wirft das Gericht Windhorst vor, im Rahmen eines Insolvenzverfahrens der Projekt IZ Hannover GmbH seine Mitwirkungspflichten nicht erfüllt zu haben.

Windhorst, den das Gericht als faktischen Geschäftsführer des Unternehmens betrachtet, soll keine notwendigen Auskünfte erteilt und Schlüssel zurückgehalten haben. Zudem blieb er einem Anhörungstermin im April unentschuldigt fern. Der Haftbefehl wurde daraufhin am 23. Mai erlassen. Windhorst hat inzwischen Beschwerde gegen den Haftbefehl eingelegt.

Die Projekt IZ Hannover GmbH ist laut Gericht im Besitz von 83 Prozent des Ihme-Zentrums, einem sanierungsbedürftigen Wohn- und Bürokomplex am Ufer der Ihme. Ein Sprecher der Tennor-Gruppe, zu der auch die Projekt IZ gehört, bestätigte die Einlegung der Beschwerde und bezeichnete den Haftbefehl als "Druckmittel", um eine Aussage Windhorsts zu erzwingen. Windhorst selbst weist die Vorwürfe zurück und kündigte Gespräche mit dem Gericht und dem Insolvenzverwalter an.

Eine Sprecher des Amtsgerichts erklärte jedoch, dass die Beschwerde gegen den Haftbefehl keine aufschiebende Wirkung habe. Sollte Windhorst weiterhin nicht kooperieren, droht ihm eine bis zu dreiwöchige Haftstrafe. Nur durch Erfüllung seiner Mitwirkungspflichten, etwa durch Zusammenarbeit mit dem Gericht, könnte er dieser Maßnahme entgehen.

Für Mittwochnachmittag ist eine Pressekonferenz Windhorsts in Flensburg geplant, wo er über die Zukunft der zur Tennor-Gruppe gehörenden Flensburger Schiffbau-Gesellschaft und Nobiskrug sprechen will. Ein Sprecher der Tennor-Gruppe bekräftigte, dass Windhorst trotz des drohenden Haftbefehls an der Konferenz teilnehmen werde. Das Amtsgericht Hannover ist über den Termin informiert, äußerte sich aber nicht weiter dazu.