06. Juli, 2026

Wirtschaft

Gleichstellung vor Gericht: Next-Mitarbeiterinnen siegen im Kampf um gleichen Lohn

Gleichstellung vor Gericht: Next-Mitarbeiterinnen siegen im Kampf um gleichen Lohn

Nach einem sechsjährigen Rechtsstreit haben Beschäftigte des Einzelhändlers Next einen bedeutenden Sieg im Kampf um Lohngleichheit errungen. Das Arbeitsgericht entschied am Dienstag, dass Next keine ausreichende Begründung dafür geliefert habe, warum überwiegend weibliche Einzelhandelsmitarbeiterinnen geringere Löhne erhalten als die Mitarbeiter in den Lagerhäusern.

Mehr als 3.500 aktuelle und ehemalige Mitarbeiterinnen von Next haben nun Anspruch auf Nachzahlungen, die laut Schätzung der Anwaltskanzlei Leigh Day über 30 Millionen Pfund betragen könnten. Darüber hinaus werden bestehende Arbeitsverträge angepasst, um eine Gleichstellung der Löhne sowie bezahlte Pausen und Zuschläge für Sonntags-, Nacht- und Überstunden zu gewährleisten.

Potentiell könnten weitere 18.000 Mitarbeiterinnen dem Anspruch beitreten. Die Folgen des Urteils könnten jedoch noch weitreichender sein. Supermärkte wie Tesco, J Sainsbury, Asda, Wm Morrison und Co-op stehen vor ähnlichen Klagen, in denen behauptet wird, dass weibliche Einzelhandelsmitarbeiterinnen schlechter bezahlt werden als Lagerhausarbeiter.

Paula Lee, Partnerin bei Leigh Day und führend in einem Fall gegen Tesco, Großbritanniens größten Supermarkt, äußerte ihre Ermutigung durch das Urteil. Gleichwohl stellte sie klar, dass das Urteil nur für Next gilt und keinen Präzedenzfall für andere Unternehmen darstellt.

Next plant, gegen das Urteil Berufung einzulegen und betont, dass das Urteil zwar einige Aspekte der indirekten Diskriminierung anerkannte, aber alle Vorwürfe der direkten Diskriminierung zurückwies. Jo Keddie, Leiterin der Beschäftigungsabteilung bei Forsters, zeigte sich jedoch skeptisch, dass Next ausreichende Gründe für eine erfolgreiche Berufung finden wird.

Die Klagen gegen die Supermärkte befinden sich überwiegend in einem früheren Stadium, wobei erst noch festgestellt werden muss, ob Laden- und Lagerhauspersonal gleichwertige Arbeit leisten. Paula Lee verglich dieses Benchmarking-Verfahren mit einem Kartenspiel, bei dem unabhängige Experten die verschiedenen Rollen bewerten.

Ein früheres Urteil hatte bereits festgestellt, dass die Mitarbeiter von Next gleichwertige Arbeit leisten, wodurch das Unternehmen gezwungen war, seine Vergütungspraktiken zu rechtfertigen. Die Argumentation von Next, dass die Löhne dem Marktpreis entsprechen, wurde vom Gericht als nicht ausreichend angesehen.

Das Urteil unterstreicht die Notwendigkeit für Arbeitgeber, über den Markt hinausgehende Gründe für unterschiedliche Löhne anzugeben. Dies stellt einen bedeutenden Fortschritt in der Durchsetzung der Lohngleichheit dar.