10. Mai, 2026

Politik

Gewalt in Kurram: Konflikte trotz Waffenruhe

Gewalt in Kurram: Konflikte trotz Waffenruhe

Im nordwestlichen Kurram-Distrikt Pakistans flammen seit Jahrzehnten schwelende konfessionelle Spannungen erneut auf und führen zu einem brutalen Blutvergießen. Trotz einer kürzlich vermittelten Waffenruhe haben die Auseinandersetzungen zwischen Sunniten und Schiiten nicht aufgehört, und die Zahl der Todesopfer ist mittlerweile auf über 130 gestiegen. Die lokalen Behörden bemühen sich intensiv um eine friedliche Lösung.

Kurram, an der Grenze zu Afghanistan gelegen, ist ein Brennpunkt für religiöse Konflikte. In den letzten Wochen eskalierte die Situation mit neuen Angriffen, bei denen Dutzende von Menschen ihr Leben verloren. Beamte der Bezirksverwaltung, wie Wajid Hussain, berichten, dass allein in den vergangenen anderthalb Wochen 133 Menschen den Auseinandersetzungen zum Opfer fielen.

Eine von der pakistanischen Regierung vermittelte Waffenruhe von sieben Tagen steht bislang auf wackeligen Beinen. Die rivalisierenden Gruppen in Kurram stehen seit jeher in einem Konflikt um Land und andere lokale Streitfragen. Während die Provinzbehörden die Zahl der Todesopfer auf 97 beziffern, wurden 43 Menschen bereits beim ersten Angriff auf überwiegend schiitische Fahrer getötet, weitere durch nachfolgende Vergeltungsakte.

Khyber Pakhtunkhwas Chefminister Ali Amin Khan Gandapur appellierte bei einem Treffen mit Stammesältesten eindringlich, Waffen niederzulegen und drohte bewaffneten Kämpfern mit einer Terroristenbehandlung. Sicherheitskräfte bleiben in der Region präsent.

Die angespannte Lage blockiert auch die Hauptverkehrsstraße von Kurrams Hauptstadt Parachinar nach Peshawar. Dies erschwert den Transport von Verletzten in größere Krankenhäuser erheblich. Dr. Syed Mir Hassan vom Distriktkrankenhaus Parachinar berichtet von großen Herausforderungen, doch sein Team arbeite rund um die Uhr, um die medizinische Versorgung der etwa 100 Verletzten sicherzustellen. Sie haben zudem 50 Körper von den jüngsten Gewalttaten erhalten.