Die Stimmung in der deutschen Automobilindustrie hat sich im Mai weiter verschlechtert. Der Ifo-Indikator, welcher die wirtschaftliche Lage in dieser Branche misst, sank signifikant von minus 2,4 Punkten im April auf minus 8,6 Punkte. Dies gab das Münchener Ifo-Institut am Dienstag bekannt. Bemerkenswert ist, dass die Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage erstmals seit Oktober letzten Jahres negativ bewerten.
Auch der Ausblick für das zweite Halbjahr bleibt düster. Die Automobilhersteller und deren Zulieferer sehen eher schwarz. Ein möglicher Grund für diese pessimistische Zukunftseinschätzung ist die mögliche Reaktion Chinas auf den Handelskonflikt bezüglich Elektroautos mit Europa und den USA. Solche Entwicklungen könnten die deutschen Autobauer hart treffen, so Oliver Falck, der Leiter des Ifo-Zentrums für Industrieökonomik und neue Technologien.
Die Situation wird zusätzlich durch den stark abgesunkenen Indikator für die Ertragslage der Branche verdeutlicht, der nun bei minus 17,8 Punkten liegt. Um den Kostendruck zu mindern, planen die Unternehmen in der Automobilindustrie Personalreduzierungen. Entsprechend fiel der Indikator für die Personalplanung auf minus 20,2 Punkte.
Die deutsche Autoindustrie ist ein bedeutender Arbeitgeber. Nach Angaben des Branchenverbandes VDA beschäftigt sie rund 780.000 Menschen. Allerdings zeigt sich auch in der Produktion eine rückläufige Tendenz: Von Januar bis Ende April sank die Autoproduktion in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr um 2 Prozent.