27. Juli, 2026

Märkte

Gebrauchtwagenmarkt kühl, Elektroautos kälter - Unausgewogenheit im Wiederverkaufswert

Gebrauchtwagenmarkt kühl, Elektroautos kälter - Unausgewogenheit im Wiederverkaufswert

Deutlicher Preisrückgang bei Gebrauchtfahrzeugen beobachtet - besonders bei Elektromobilen macht sich ein signifikanter Wertverfall bemerkbar. Dies belegt eine neuere Untersuchung des Marktforschungsinstituts DAT, die aufzeigt, wie stark der Wertverlust im Vergleich zu ursprünglichen Listenpreisen ausfällt.

Ein markanter Wertverlust bei drei Jahre alten Elektrofahrzeugen von 18 Prozent ist im diesjährigen April im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu verzeichnen. Bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren liegt die Wertminderung zwar auch vor, fällt mit 7 Prozent für Benziner und 5 Prozent für Diesel jedoch moderater aus. Kaufzurückhaltung prägt das derzeitige Klima auf dem Gebrauchtwagenmarkt, was längere Standzeiten bei Autohändlern und folglich Preissenkungen nach sich zieht. Experten von DAT prognostizieren allerdings eine Verlangsamung des Preisverfalls: Eine Stabilisierung scheint sich anzudeuten, nachdem der stärkste Einbruch möglicherweise überwunden ist.

Auffällig ist der geringere Rückgang bei Dieselautos, hier ist die Knappheit des Angebots gepaart mit erhöhter Nachfrage verantwortlich. Der Anteil der Dieselfahrzeuge mit höheren Restwerten übertrifft im April erstmals seit dem Jahr des Dieselskandals die Benziner. Günstige Deals bieten sich bei konventionellen Antrieben jedoch noch nicht: Trotz eines Rückgangs sind die Restwerte im Vergleich zur Zeit vor der Pandemie und der damit verbundenen Chipkrise noch immer deutlich erhöht.

Für den Gebrauchtwagenmarkt insgesamt zeichnet sich nach einer Durststrecke durch Knappheit ein Normalzustand ab, subjektiv bewertet von Thomas Peckruhn, dem Vizepräsidenten des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe. Mit einem breiteren Angebot müsse nicht mehr jedes Fahrzeug um jeden Preis gekauft werden.

Die elektromobilen Gebrauchten stellen sich allerdings anders dar: Sie verzeichneten einen erheblichen Rückgang im Wiederverkaufswert auf 50,7 Prozent, was weit unter dem Vor-Corona-Niveau liegt. Eine Belebung des Marktes für Elektro-Gebrauchte durch den Wertverlust ist nicht in Sicht, da der Restwert nicht die oft hohen Listenpreise vor staatlichen Prämien und Rabatten einbezieht. Darüber hinaus steckt dieser Markt mit einem Anteil von bescheidenen zwei Prozent bei Besitzumschreibungen noch in den Anfängen.

Während sich die Lage bei Gebrauchtfahrzeugen mit Verbrennungsmotor verstetigt, bleibt der Druck auf die Restwerte der Elektrofahrzeuge weiterhin bestehen, so die Einschätzung von Peckruhn. Bereitschaft oder Notwendigkeit für Anpassungen scheinen weiterhin ungleich verteilt zu sein zwischen Tradition und elektrischer Innovation.