04. Juli, 2026

Wirtschaft

Galeria schließt neun Filialen: Konsolidierung nach Insolvenz

Galeria schließt neun Filialen: Konsolidierung nach Insolvenz

Die Warenhauskette Galeria zieht nach der kürzlich beendeten Insolvenz nun Konsequenzen und schließt bis Monatsende wie vorgesehen neun ihrer Filialen. Betroffen sind Standorte in Berlin, Essen, Wesel, Augsburg, Regensburg, Trier, Leonberg und Chemnitz. Rund 800 von insgesamt 12.800 Mitarbeitern verlieren dadurch ihre Anstellung. Einige Filialen, darunter Essen und Wesel, sind bereits seit Ende August geschlossen.

Von den ehemals 92 Kaufhäusern bleiben somit noch 83 Standorte erhalten. Dies teilte das Unternehmen auf seiner Website mit und versicherte gleichzeitig, dass Geschenk- und Kundenkarten weiterhin in allen Filialen sowie online gültig sind. Retouren und Reklamationen können in den verbleibenden Filialen abgewickelt werden, oder Kunden können online Retouren-Label generieren.

Ein bedeutsamer Wechsel fand zum 1. August statt, als das Unternehmen neue Eigentümer erhielt. Die US-Investmentgesellschaft NRDC und eine Beteiligungsfirma des Unternehmers Bernd Beetz übernahmen die Kontrolle über Galeria S.à r.l. & Co. KG, wie die neue Firmenbezeichnung lautet. Kaufhof und Karstadt wurden aus dem Firmennamen gestrichen und das neue Logo „Galeria“ wird schrittweise eingeführt. Einige Filialen tragen jedoch noch die alten Schilder, auf denen Kaufhof oder Karstadt zu lesen ist. Diese sollen im Rahmen zukünftiger Renovierungsarbeiten ausgetauscht werden.

Handelsexperte Carsten Kortum zeigt sich skeptisch bezüglich des Neustarts. „Den großen Wurf sehe ich nicht. Bisher ist wenig bekannt oder sichtbar, was die neuen Eigentümer vorhaben“, so Kortum, Professor an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Heilbronn. Er betonte, dass erhebliche Investitionen erforderlich wären, die jedoch offenbar nicht geplant seien. Galeria benötige ein neues, jüngeres Geschäftsmodell, dessen Fehlen sich negativ auf das Konsumentenverhalten auswirken könnte.