05. Juli, 2026

Wirtschaft

Galeria: Filialschließungen und Neuanfang unter neuer Führung

Galeria: Filialschließungen und Neuanfang unter neuer Führung

Die Warenhauskette Galeria schließt bis Ende des Monats wie geplant neun ihrer Filialen. Diese Entscheidung ist eine Folge des kürzlich aufgehobenen Insolvenzverfahrens. Betroffen sind Standorte in Berlin sowie in Essen, Wesel, Augsburg, Regensburg, Trier, Leonberg und Chemnitz. Rund 800 der insgesamt 12.800 Beschäftigten verlieren dadurch ihre Arbeitsplätze. Einige der Filialen, darunter die in Essen und Wesel, haben bereits in der vorletzten August-Woche den Betrieb eingestellt.

Von ursprünglich 92 Filialen bleiben somit noch 83 Kaufhäuser geöffnet. Das Unternehmen informiert auf seiner Webseite, dass Geschenk- und Kundenkarten weiterhin gültig sind und sowohl in allen verbleibenden Filialen als auch online genutzt und eingelöst werden können. Kunden können Retouren oder Reklamationen von Artikeln aus den geschlossenen Filialen in jeder anderen Filiale zurückgeben. Zudem besteht die Möglichkeit, online neue Retouren-Label zu erzeugen.

Seit dem 1. August befindet sich der Warenhauskonzern in Händen neuer Eigentümer. Die US-Investmentgesellschaft NRDC und eine Beteiligungsfirma des Unternehmers Bernd Beetz lenken nun die Geschicke der Galeria S.à r.l. & Co. KG. Die Namen Kaufhof und Karstadt sind aus den Firmennamen verschwunden, und das neue Firmenschild, das nur noch Galeria zeigt, wird schrittweise eingeführt. Einige Filialen tragen jedoch noch alte Schilder, auf denen Kaufhof oder Karstadt zu lesen ist. Im Zuge bevorstehender Renovierungen soll das neue Logo überall implementiert werden.

Handelsexperte Carsten Kortum beurteilt den Neustart der Warenhauskette skeptisch. «Den großen Wurf sehe ich nicht. Bisher ist wenig bekannt oder sichtbar, was die neuen Eigentümer vorhaben. Es müsste viel Geld in das Unternehmen gesteckt werden, aber das ist offenbar nicht geplant», kommentiert der Professor der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Heilbronn. Nach seiner Einschätzung braucht Galeria ein neues, jüngeres Geschäftsmodell. «Ob es dieses geben wird, bleibt unsicher. Beim Konsumenten würde sich das sträflich bemerkbar machen.»