10. Juli, 2026

Wirtschaft

Ford fokussiert sich neu: Werk in Kanada produziert künftig große Pick-ups statt Elektro-SUVs

Ford fokussiert sich neu: Werk in Kanada produziert künftig große Pick-ups statt Elektro-SUVs

Ford Motor hat angekündigt, sein Werk in Oakville, Ontario, umzurüsten, um große Pick-ups anstelle von Elektro-SUVs zu produzieren. Diese Entscheidung folgt dem Trend, dass Automobilhersteller ihre Investitionspläne angesichts stagnierender Verkaufszahlen von Elektrofahrzeugen zurückfahren. Aktuell stellen die Werke in Kentucky und Ohio Super Duty-Modelle her, sind jedoch an ihrer Kapazitätsgrenze. Jim Farley, CEO von Ford, bestätigte, dass die Nachfrage nach diesen Modellen, besonders von Bauunternehmen und Energieunternehmen, nicht gedeckt werden kann.

Die Produktionsveränderung in Oakville ist Teil einer breiteren Strategie von Ford und General Motors, Elektromobilität langsamer als ursprünglich geplant auszubauen. General Motors hat kürzlich bekanntgegeben, seine Produktionsziele für batteriebetriebene Fahrzeuge für dieses Jahr um etwa 50.000 Einheiten zu senken. Ursprünglich hatten beide Unternehmen geplant, bis Mitte des Jahrzehnts mehr als eine Million Elektrofahrzeuge jährlich herzustellen, doch dieses Ziel scheint nun fraglich.

Der Produktionsstart der Super Duty-Pick-ups in Oakville ist für 2026 geplant, mit einer Jahreskapazität von 100.000 Fahrzeugen. Dies sichert etwa 1.800 Arbeitsplätze direkt im Werk sowie weitere 50 in einem Motorenwerk in Windsor, Ontario. Unifor, die kanadische Automobilarbeiter-Gewerkschaft, begrüßte diese Entscheidung und lobte den Erhalt der Arbeitsplätze.

Ford hält weiterhin an seinen Plänen fest, elektrische Versionen des Ford Explorer und Lincoln Aviator herzustellen, jedoch ist unklar, wo und wann die Produktion stattfinden wird. Ursprünglich war der Produktionsbeginn dieser Modelle in Oakville für 2025 geplant, wurde jedoch auf 2027 verschoben.

Unterdessen reagiert Tesla auf das langsamere Wachstum der EV-Verkäufe, indem es wiederholt die Preise senkt und Pläne für ein Werk in Mexiko sowie ein Treffen zwischen CEO Elon Musk und Premierminister Narendra Modi absagt. Auch andere Automobilhersteller wie Volkswagen investieren strategisch in EV-Unternehmen wie Rivian Automotive.