09. Juli, 2026

Wirtschaft

Flensburger-Schiffbau-Gesellschaft verliert 62 Millionen Euro Förderung

Flensburger-Schiffbau-Gesellschaft verliert 62 Millionen Euro Förderung

Die Flensburger-Schiffbau-Gesellschaft (FSG) hat eine herbe Niederlage hinzunehmen: Die Bundesregierung hat eine Förderung in Höhe von 62 Millionen Euro für den Bau von Flüssiggas-Bunkerschiffen widerrufen. Dieter Janecek, Koordinator für Maritime Wirtschaft, zeigte sich enttäuscht: „Wir haben wirklich alles unternommen, damit die FSG die Förderung tatsächlich erhalten kann.“ Doch das mehrfach zugesicherte Eigenkapital zur Besicherung der Aufträge sei bis heute nicht zur Verfügung gestellt worden.

Diese Nachricht hat bei den Beschäftigten auf der Werft für große Bestürzung gesorgt. Die FSG ist Teil der Tennor-Gruppe von Investor Lars Windhorst. Ein Sprecher der Flensburger-Schiffbau-Gesellschaft wies indes die Darstellung zurück, Tennor habe die erforderlichen Nachweise über die Bereitstellung des Eigenkapitals nicht erbracht. „Alle erforderlichen Unterlagen seien fristgerecht übergeben worden“, hieß es. Der Förderantrag sei vom Auftraggeber Nordic gestellt worden und habe die volle Unterstützung der FSG gehabt.

Nordic Hamburg Gruppe, der Auftraggeber der Schiffe, bedauerte die Entscheidung ebenfalls. „Aufgrund dieser nun fehlenden Mittel stellt sich das Neubau-Projekt in seiner jetzigen Planung als nicht umsetzbar dar“, so ein Unternehmenssprecher. Zürich sei entsprechend an anderen Projekten gearbeitet worden, die bald bekanntgegeben würden.

Ende 2022 hatte Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck Förderbescheide über 62 Millionen Euro für drei Bunkerschiffe an ein Konsortium um Nordic Hamburg übergeben. Doch durch den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine seien dramatische Preissteigerungen bei Material und Energie unübersehbar gewesen. Zwei Schiffe wurden beauftragt, jedoch konnte die notwendige Gesamtfinanzierung trotz mehrmaliger Fristverlängerung nicht gesichert werden, so ein Ministeriumssprecher.

Janecek betonte, dass das Bundeswirtschaftsministerium in engem Austausch mit der schleswig-holsteinischen Landesregierung sei, um die Neuausrichtung und Stabilisierung der FSG zu unterstützen. Gerade der Aufbau von Produktionskapazitäten für Offshore-Konverterplattformen könne Potenziale bieten. Die FSG und die ebenfalls zur Tennor-Gruppe gehörende Werft Nobiskrug in Rendsburg kämpfen seit Monaten mit Problemen wie verspäteten Gehaltszahlungen und einem Mangel an neuen Aufträgen. Lars Windhorst wurde persönlich für sein Verhalten und mangelnde Kommunikation kritisiert.