27. Juli, 2026

Wirtschaft

Fachkräftemangel trifft Maschinenbau: Umsatzeinbußen und Rekrutierungssorgen

Fachkräftemangel trifft Maschinenbau: Umsatzeinbußen und Rekrutierungssorgen

Deutschlands Maschinenbauer stehen vor einer doppelten Herausforderung: Die Personalengpässe führen einer neuesten Erhebung des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) zufolge bei fast der Hälfte der Befragten zu Umsatzrückgängen. Erstmalig wurden dabei konkrete Zahlen genannt - etwa 27 Prozent der Unternehmen verzeichnen Verluste bis zu 5 Prozent, während sogar ein Fünftel noch drastischere Einbußen zu verkraften hat. Die Notwendigkeit, vakante Positionen zu besetzen, wird durch die enormen Schwierigkeiten bei der Personalakquise verstärkt. Lediglich 14 Prozent der Betriebe gelingt es, nahezu alle offenen Stellen mit qualifizierten Arbeitskräften zu besetzen. Die Umfrageergebnisse dulden keinen Aufschub, denn offenbar trifft der Mangel auch die nachfolgende Generation von Fachkräften: Ein Drittel der Maschinenbauunternehmen ist lediglich in der Lage, maximal die Hälfte der verfügbaren Lehrstellen zu besetzen. Hartmut Rauen, der stellvertretende Hauptgeschäftsführer des VDMA, unterstreicht die Dringlichkeit der Lage und fordert Maßnahmen, um mehr Arbeitskräfte für den Sektor zu interessieren. Dabei spielt die Bindung älterer Angestellter ebenso eine Rolle wie die Anwerbung internationaler Fachkräfte und das gezielte Fördern technisch orientierter Berufe bei der Jugend. Die überwiegende Mehrheit der VDMA-Mitglieder setzt auf Qualifizierungsoffensiven und Weiterbildung der eigenen Belegschaft, um dem Mangel entgegenzuwirken, wobei kleinere Betriebe eher bereit sind, Renteneintrittsgrenzen flexibel zu handhaben. Großunternehmen wiederum sehen in der Automatisierung, Robotik und künstlichen Intelligenz Ansätze zur Lösung, doch selbst eine technologische Aufrüstung wird, laut der Hälfte der befragten Firmen, die Arbeitskräfteproblematik nicht gänzlich lösen können. Das Signal ist klar: Trotz fortschrittlicher Umgebungen benötigt die Schlüsselbranche der deutschen Wirtschaft mehr Hände und Köpfe.